Das Museum Bautzen lädt am Sonnabend, dem 7. November 2026 um 15.00 Uhr herzlich zur feierlichen Eröffnung der neuen Kabinettausstellung „Freie Gruppe Oberlausitz“ ein. Der amtierende Oberbürgermeister der Stadt Bautzen Karsten Vogt und die Museumsleiterin Jasmin Kaiser werden die Ausstellung gemeinsam eröffnen. Eine Einführung in die Schau erfolgt durch David Balzer vom Museum Bautzen, während der Cellist Matthias Hübner aus Schirgiswalde-Kirschau die Vernissage musikalisch begleitet.
Die Künstlergruppe „Freie Gruppe Oberlausitz“ setzte sich aus den Malern und Grafikern Rolf Werstler, Falk Nützsche, Jens Hackel sowie dem Plastiker Thomas Franz zusammen und existierte von 1993 bis 2003. Die vier regional tätigen Künstler bildeten ihren festen Kern, der ab 1997 für gelegentliche Ausstellungsbeteiligungen durch die Künstler Klaus Drechsler, Karsten Richter, Peter Brunko und Hermann Grunert erweitert wurde.
Schon bevor sich die Künstlergruppe formiert hatte, gab es zwischen den einzelnen Akteuren bereits verschiedene Überschneidungspunkte. Falk Nützsche und Jens Hackel riefen die Carl-Lohse-Galerie ins Leben. Rolf Werstler leitete nach Rosso H. Majores den Bischofswerdarer Malzirkel. Gemeinsam war ihnen nach der politischen Wende von 1989/90, freiheitlich in der Kunst tätig zu werden.
Diesem Grundsatz verbunden und dem Namen der Gruppe innewohnend, folgten die Künstler nun ihren eigenen Stilen. Falk Nützsche und Rolf Werstler können dem expressiven Realismus und der Dresdner Malschule der Nachkriegszeit zugerechnet werden, während sich bei Jens Hackel deutlichere Bezüge zu klassisch expressionistischer Narration und selbstreflexive Darstellungsformate finden lassen. Thomas Franz‘ Stil reicht in seinen Plastiken von klassischer Torsogestaltung nach antikem Vorbild über einen Realismus eines Walter Arnolds bis hin zu düsteren Karikaturen.
Die Ausstellung zeigt eine Auswahl gemeinsamer Themenbereiche wie Stillleben, Stadtansichten, Landschaften, Impressionen Nordirlands, Gruppenbilder oder Porträts der Freien Gruppe Oberlausitz in Malerei und Grafik. Darüber hinaus präsentiert sie personenbezogen Spezifisches aus biblischen, kosmischen oder kritischen Thematiken, wobei individuelle Besonderheiten der vier Künstler zur Geltung kommen. Sei es die subtil harmonische Grundstimmung, die von den maritimen Landschaften Rolf Werstlers ausgehen, die Dialektik von Stille und Dynamik, die den Gemälden und Zeichnung Falk Nützsches innewohnen oder die psychologische und symbolistische Bildsprache deren sich Jens Hackel bediente. Thomas Franz‘ Hauptaugenmerk liegt auf dem menschlichen Körper, vor allem des weiblichen Akts und der Physiognomie des menschlichen Antlitzes. Diverse Symboliken, Karikierendes und Kritisches laden seine Plastiken auf und verformen sie.Die Ausstellung lädt ein, das breitgefächerte und spannende Schaffen der Freien Gruppe Oberlausitz zu entdecken und in diese mannigfaltigen Sichtweisen auf unsere Gegenwart sowie jüngere Vergangenheit einzutauchen. Der Eintritt ins Museum ist zur Vernissage ab 15.00 Uhr frei.
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