Am 17. Mai 2026 findet der diesjährige Internationale Museumstag statt, der auf die Bedeutung von Museen für die Gesellschaft hinweist. Zu diesem Anlass lädt das Museum Bautzen alle Interessierten dazu ein, das Haus bei freiem Eintritt zu besuchen und ab 15.00 Uhr an der Führung durch die Kabinettausstellung „Farbe erleben – sehen · entdecken · ausprobieren“ und um 15.30 Uhr am Vortrag „Zuhause in Bautzen – Jüdisches Leben in Bautzen 1871–1945“ teilzunehmen.
Durch die aktuelle Kabinettausstellung wird der Archäotechniker Philipp Feistauer führen. Die Schau verbindet naturwissenschaftliche, kulturelle sowie künstlerische Perspektiven und macht die vielschichtigen Dimensionen und Wirkungen von Farbe auf anschauliche Weise erlebbar. Ausgehend von den biologischen Grundlagen des Farbsehens und der unterschiedlichen menschlichen Wahrnehmungsfähigkeit beleuchtet die Ausstellung den historischen Umgang mit Farbstoffen und Pigmenten und verdeutlicht, wie eng Farbe mit Technik, Alltag und gesellschaftlicher Entwicklung verknüpft ist.
Anlässlich des Themenjahres „TACHELES 2026 – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“ wird der Museologe Hagen Schulz einen Vortrag über das jüdische Leben in Bautzen in der Zeit von 1871 bis 1945 halten. Spuren jüdischen Lebens und des dauerhaften Aufenthaltes von Jüdinnen und Juden in Bautzen lassen sich bis in das 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Nachdem sich Menschen jüdischen Glaubens seit 1450 nicht mehr in der Oberlausitz und in der Spreestadt ansiedeln durften, verschwanden Sie zunächst aus dem Bild der Stadt. Erst 1868 konnten sie sich mit der rechtlichen Gleichstellung der Religionen in Sachsen wieder dauerhaft in Bautzen niederlassen. In der Zeit des Kaiserreiches und der Weimarer Republik zwischen 1871 und 1933 integrierte die Gesellschaft die jüdische Bevölkerung weitgehend. Sie waren im Handel tätig und gründeten in der Stadt eine Vereinigung zur Religionspflege. Mit der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten setzte 1933 ihre Diskriminierung und Verfolgung ein, was zur Auslöschung des jüdischen Lebens in Bautzen führte. Anhand von Archivalien, Plänen, Fotografien und Bilddokumenten zeichnet Hagen Schulz die Spuren der jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner nach.
Die Führungen sind in der Personenzahl begrenzt. Wir bitten Sie daher um Anmeldung unter der Telefonnummer 03591 534-933 oder persönlich an der Museumskasse.
Der Eintritt ist zum Internationalen Museumstag frei.
Stadtverwaltung Bautzen | Museum Bautzen