Bautzener Kirchen

Dom St. Petri

Fleischmarkt

Der Dom St. Petri wird seit 1524 von katholischen und evangelischen Christen gemeinsam genutzt. Er ist damit die älteste und gleichzeitig größte Simultankirche in Deutschland. Die im Zuge der Reformation geschlossenen Domverträge gelten noch heute und regeln unter anderem Eigentumsrechte und Gottesdienstzeiten zwischen den Kirchgemeinden.

Um 1000 wurde an dieser Stelle die erste Pfarrkirche errichtet. 1213/21 erfolgte die Gründung des Domstiftes St. Petri und der erste Dombau. Nach 1430 erhielt der Dom seine heutige Gestalt. 1456/63 wurde das vierte, südliche Schiff errichtet und 1492/97 fand der spätgotische Hallenbau seinen Abschluss.

Nach dem Stadtbrand von 1634 wurde der Bau wiederhergestellt und das Innere im barocken Stil ausgestaltet. Von den zwei geplanten Türmen wurde nur der Südturm ausgeführt und 1664 mit einer Barockhaube versehen. Restaurierungen erfolgten in den Jahren 1882/85, 1950/53 und 1987. Nachdem im September 2007 die Außensanierung des Doms beendet war, wurde im November 2015 die Innensanierung abgeschlossen. Im Inneren sorgen zwei imposante Orgel-Bauwerke für prachtvolle Klänge: Im evangelischen Teil die Orgel Opus 119 des Bautzener Unternehmens „Orgelbau Hermann Eule“ aus dem Jahr 1910, im katholischen Teil das etwas kleinere Instrument der Bautzener Traditionswerkstatt Leopold Kohl.

1921 wurde der Dom Kathedrale des Bistums Meißen, seit 1980 ist er Konkathedrale des Bistums Dresden-Meißen.

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Taucherkirche

Löbauer Straße

Im Jahr 1553 wurde die Marienkapelle aus dem der Stadt gehörendem Taucherwald bei Uhyst nach Bautzen an den heutigen Standort der Taucherkirche umgesetzt. In den Jahren 1598/99 musste sie nach Sturmschäden neu erbaut werden. Erneute Beschädigungen machten in den Jahren 1620 bis 1639 nochmals einen Wiederaufbau notwendig. Dabei wurde das Gebäude auch mit seinem schiefen Dachstuhl versehen. Der Dachreiter stammt noch aus dieser Zeit.

In den Jahren 1778 bis 1859 wurde die Kirche mehrmals beschädigt und umgebaut, sowie im Jahr 1899 das später angebaute Hospital abgebrochen. Nach dem Jahr 1917 erfolgte eine grundlegende Erneuerung der Kirche. 1954 wurde die Kohl-Orgel überholt und der Kircheninnenraum renoviert. Heute dient die Taucherkirche als Gottesdienstraum, insbesondere für Trauerfeiern. Seit 1997 wird sie auch als Veranstaltungsraum für Konzerte genutzt. Diese finden in der Konzertsaison in der Regel am 2. Sonntag im Monat von März/April bis November statt.

1997 gründete sich die Stiftung Taucherkirche, die sich erfolgreich für den Erhalt der über 400jährigen Kirche einsetzt. Die Stiftung ist auch weiterhin auf Spenden angewiesen.

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Michaeliskirche

Wendischer Kirchhof

Der spätgotische Bau wurde 1450 errichtet und dient seit 1619 den evangelischen, deutschen und sorbischen Dörfern um Bautzen als Gotteshaus. In den Jahren 2005 bis 2007 wurde das zur ev.-luth. Kirchgemeinde St. Michael gehörende Kirchengebäude umfassend renoviert.

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Maria-und-Martha-Kirche

August-Bebel-Platz

Das auch als „rote Kirche“ bekannte Kirchgebäude ist das größte evangelische Gotteshaus in der Stadt Bautzen. Einst in der Steinstraße gelegen, wurde die Kirche im Rahmen der Osterweiterung der Stadt Ende des 19. Jahrhunderts an den heutigen Standort verlegt. Die Einweihung der vom Dresdener Architekt Christian Schramm im neogotischen Stil errichteten Maria-und-Martha-Kirche wurde am 1. Advent 1891 gefeiert.

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Klosterkirche St. Clara

Klosterstraße

Das „Kloster der Klarissen von der ewigen Anbetung“ besteht in Bautzen seit dem Jahr 1925. Damals siedelten sich hier vier Schwestern und vier Postulantinnen aus dem Kloster in Wien an. Auch während der DDR-Zeit bestand das Kloster fort und wuchs sogar an. 1950 wurde aus diesem Grund das Kloster erweitert. 1971 wurde die Klosterkirche, ausgestaltet durch den Dresdner Künstler Friedrich Press, als Anbetungskirche errichtet.

Derzeit leben im Kloster 10 Ordensschwestern der Hl. Clara in Klausur. Zu den Besonderheiten zählt neben der modernen Christusdarstellung von Friedrich Press der Klostergarten. Hier wurde 2006 ein Birnbaum gepflanzt, der von dem berühmten Klara-Birnbaum im Klarissenkloster Brixen stammt. 2014 wurde ein Franziskusgarten eingeweiht. Hier können Elemente des Sonnengesangs des heiligen Franz von Assisi mit allen Sinnen erlebt werden und so die Schöpfung mit neuen Augen betrachtet werde. Als Ruhe- und Besinnungsort ist der Garten täglich geöffnet.

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Liebfrauenkirche

Kirchplatz

Die Kirche „Unserer Lieben Frau“, auch „sorbische Kirche“ genannt, lag ursprünglich vor den Stadtmauern und wurde in ihrer jahrhundertelangen Geschichte mehrmals zerstört. Sein jetziges Aussehen erhielt der Innenraum im Jahr 1998.

Die Kirche wurde erstmals 1293 als Kirche „zu Unserer Lieben Frau“ auf dem Salzmarkt, dem heutigen Kirchplatz, erwähnt. Von 1318 bis 1865 befand sich hier ein Friedhof. 1431 wurde sie durch die Hussiten zerstört und 1443 wiederaufgebaut. 1620, 1634 und 1686 wurde die Kirche durch Kriege und Brände erneut zerstört und 1690 mit einer Halle aus Stein neu erbaut. Seit 1647 diente sie an Stelle der 1634 zerstörten Nicolaikirche als Pfarrkirche für die Vorstadtbewohner und die katholischen Sorben der umliegenden Dörfer. 1848 wurde die Kirche erneuert und innen renoviert. Von 1864 bis 1900 erhielt sie ihre heutige Gestalt. 1897, 1936, 1972/73 und 1998 erfolgten weitere Restaurierungen. Heute ist sie Filialkirche der Römisch-Katholischen Dompfarrgemeinde St. Petri (sorbische Kirche).

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Literaturhinweis

Bautzens verschwundene Kirchen (2008)
Das Buch widmet sich den vielfältigen Funktionen der verschwundenen Bautzener Kirchen als bedeutsame Institutionen der Stadtgemeinschaft. Mit anschaulichen Texten und zahlreichen Abbildungen liefert es eine umfassende Rekonstruktion dieses Kapitels der Bautzener Stadtgeschichte.
Autoren: Kai Wenzel, Silke Kosbab
Erhältlich ist dieses Buch in der Tourist-Information Bautzen-Budyšin.