Bautzen bekämpft den Leerstand

Fachgeschäfte, kleine Läden in historischen Gewölben, moderne Büroräume – die Bautzener Innenstadt ist ein lebendiges Geschäftszentrum. Dennoch sind leere Schaufenster sogar an attraktiven Standorten zu finden. Damit Potenziale künftig besser ausgeschöpft werden können, hat die Stadtverwaltung eine Untersuchung beauftragt.

In diesem Zusammenhang hat das Wirtschaftsförderungsamt Mitte Juni Fragebögen an die Eigentümer innerstädtischer Immobilien mit derzeit ungenutzten Gewerbeflächen verschickt. Anhand der gewonnenen Daten wird die GMA Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH aus Dresden ein Konzept zum Umgang mit den Leerständen erstellen. Ziel ist es, die wichtigsten Rahmendaten zu den Immobilien zu systematisieren und diese für Neuentwicklungen nutzbar zu machen und anschließend zu vermarkten.

Die Untersuchung wird im Rahmen des grenzübergreifenden Projektes „REVIVAL! – Revitalisierung historischer Städte in Niederschlesien und Sachsen“ durchgeführt und mit Mitteln des „Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung“ anteilig finanziert.

Workshop via Konferenzschaltung

Der ursprünglich in Lubomierz geplante vierte gemeinsame Workshop aller Projektpartner konnte leider nicht stattfinden. So wurde das Treffen am 11. und 12 Mai 2020 per Konferenzschaltung durchgeführt. Neben dem Austausch zum aktuellen Stand der Pilotprojekte der einzelnen Partner stimmten die Teilnehmer Alternativen zu den Aktionstagen ab. Auch hier wirken die aktuellen Einschränkungen und teilweise müssen neue Wege zum Erreichen der Projektziele beschritten werden.
Im Oktober soll die Abschlusskonferenz zu dem grenzübergreifenden Projekt stattfinden. Alle Beteiligten hoffen, dass dann wieder ein persönliches Treffen möglich ist.

Gemeinsamer Workshop

Die Stadt Bautzen war am 2. und 3. Dezember Gastgeberin beim mittlerweile dritten gemeinsamen Workshop aller Projektpartner. Im Vortragsraum des Museums Bautzen tauschten sich die Teilnehmer zu bisher Erreichtem und dabei gesammelten Erfahrungen aus. Reichhaltige Informationen zur Entwicklung unserer Stadt wurden den Anwesenden im Rahmen eines thematischen Museumsrundganges vermittelt.

Die Projektpartner stimmten das weitere Vorgehen bei der Vorbereitung der geplanten Wanderausstellung ab und verständigten sich zu erforderlichen Zuarbeiten.

Den Abschluss des Treffens bildete eine gemeinsame Fahrt nach Zittau, wo den Workshopteilnehmer die dortige Stadtentwicklung bei einer Stadtführung vorgestellt wurde.

Zweiter Workshop

Zum zweiten gemeinsamen Workshop trafen sich alle Projektpartner am 13. und 14. Mai in Kamienna Góra. Neben dem Austausch zum bisherigen Stand der Projekte der Beteiligten vereinbarten die Teilnehmer die weiteren Schritte für die gemeinsamen Aktivitäten. In diesem Kreis wurden auch die Teilnehmer festgelegt, die dann am 5. Juni 2019 im Polnischen Institut Berlin an der Preisverleihung im Wettbewerb „Kooperation ohne Grenzen“ teilnahmen.

Urkunde für das Flaggschiffprojekt zur Ansicht

REVIVAL! – als Flaggschiff ausgezeichnet

Die Ende 2018 eingereichte Bewerbung im „Wettbewerb für Flaggschiffprojekte des Gemeinsamen Zukunftskonzepts“ war erfolgreich. Dieser Wettbewerb wurde durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Investition und wirtschaftliche Entwicklung der Republik Polen (Ministerstwo Inwestycji i Rozwoju, MIiR) ausgerichtet. Unter 35 Einsendungen konnte sich das Projekt im Rahmen eines dreistufigen Auswahlprozesses durchsetzen und wurde gemeinsam mit sechs weiteren Projekten im deutsch-polnischen Verflechtungsraum ausgezeichnet. Die feierliche Preisverleihung findet im Frühjahr 2019 in Berlin statt.

REVIVAL! – Revitalisierung der historischen Städte in Niederschlesien und Sachsen

Die Beteiligten haben sich für das grenzübergreifende Projekt drei Ziele gesetzt:

  • Belebung und Aufwertung der historischen Innenstädte
  • Erhalt und Aufwertung des kulturellen Erbes, Informationsvermittlung und Schaffung von Nutzungsmöglichkeiten in den historischen Innenstädten
  • Analyse der Urbanität und Lebensqualität in den beteiligten Klein- und Mittelstädten verbunden mit einer gemeinsame Strategieentwicklung

Zu diesem Zweck arbeiten 13 Projektpartner auf deutscher und polnischer Seite zusammen. Die Projektleitung hat das Leibnitz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V. inne. Weitere wissenschaftliche Partner sind die Technische Universität Dresden mit dem Internationalen Hochschulinstitut Zittau sowie das Institut für Territoriale Entwicklung Wrocław. Von kommunaler Seite sind neben Bautzen die Städte Görlitz, Zittau, Reichenbach, Bolesławiec, Gryfów Śląski, Kamienna Góra, Lubawka, Lubomierz und Żary beteiligt.

Beginnend im IV. Quartal 2018 sind bis 2020 verschieden Aktivitäten geplant. So wird beispielsweise eine Wanderausstellung zum gemeinsamen kulturellen Erbe und zum gesellschaftlichen Leben in den beteiligten Städten entstehen. Unter dem Motto „Lebendige Innenstadt“ werden Aktionstage in den Partnerstädten durchgeführt.

Die veranschlagten Gesamtkosten des Projektes i. H. v. 1 032 406 € werden im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG Polen - Sachsen 2014-2020 mit Mitteln des „Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung“ anteilig finanziert. Der Fördersatz beträgt 85 %.