Stadtwald

Der Waldbesitz der Stadt Bautzen umfasst eine Fläche von ca. 1.310 ha und verteilt sich auf fünf Standorte. Diese sind gelegen am Czorneboh, Thromberg-Schmoritz, Kötschauer Berg und Mönchswalder Berg. Der Bautzener Humboldthain ist das stadtnächste Wald- und Erholunsgebiet.

Der Staatsbetrieb Sachsenfort beförstert im Auftrage der Stadt Bautzen seit 1996 die städtischen Waldflächen. Im 10-Jahres-Rhythmus wir die Forsteinrichtung aufgestellt, die wiederum die Basis für die jährlichen Bewirtschaftspläne darstellt. Hier werden die wesentlichen Wirtschaftsmaßnahmen (Holzeinschlag, Neubegründung von Forstflächen und Waldschutzmaßnahmen) aufgeführt sowie die Erlöse und Ausgaben gegenüber gestellt.

Die Vielfalt der vorkommenden Baumarten entspricht dem Ziel der Stadt Bautzen, einen gesunden und leistungsfähigen Waldbestand zu erhalten. Die Baumartenstruktur und setzt sich wie folgt zusammen (Forsteinrichtung 2009):

Fichte: 62,6 %
Buche: 13,4 %
Lärche: 9,8 %
Kiefer: 4,2 %
Eiche: 3,4 %
Birke: 3,1 %
Sonstiges Nadelholz: 0,4 %
Sonstiges Hartlaubholz: 2,0 %
SonstigesWeichlaubholz: 1,1 %

Der städtische Wald erfüllt eine Vielzahl von Waldfunktionen wie die Bodenschutz-, Wasserschutz-, Luftschutz-, Naturschutz-, Landschaftsschutz-, Kulturschutz-, Bitopschutz- und Erholungsfunktion. Bei Berücksichtigung vorgenannter Waldfunktionen hat der Bautzener Stadtwaldes in besonderem Maße auch eine Wirtschaftsfunktion.
Der Verkauf von Forstprodukten wie z.B. Holz für die Säge- und Papierindustrie, Brennholz, Weihnachtsbäume und forstlichem Saatgut finanziert die Aufwendungen für die Waldunterhaltung. Im Stadtwald Bautzen können Interessierte nach vorheriger Abspache mit dem zuständigen Revierförster, Herr Reitz Tel 03591/276167 oder 0173/9616072, in Eigenregie Brennholz werben. Eine Erlaubnis ist dafür unerlässlich. Dienststunde: Donnerstag 15 Uhr bis 18 Uhr.
Grundsätzlich ist die Brennholzwerbung ganzjärig möglich. Wegen der Berücksichtigung von Natur- und Tierschutz kann es zeitliche Einschränkungen geben.

Geschichte des Bautzener Stadtwaldes *

Die Geschichte des Bautzener Stadtwaldes reicht bis in das Jahr 1387 zurück. Zu diesem Zeitpunkt erwarb die Stadt Bautzen vom Kloster Marienstern ihren ersten Waldbesitz, den Taucherwald mit ca. 231 ha, der jedoch 1935 wieder veräußert wurde.
Da Wald und die damit verbundene Holzproduktion für die Stadt Bautzen eine äußerst wichtige Rolle spielte, betrieb die Stadt Bautzen besonders in der Zeit des 14. bis 16. Jahrhunderts eine aktive Ankaufspolitik. Holz diente neben Baumaterial vor allem als Brennstoff aber auch als Rohstoff für eine Vielzahl von Gewerken.

In dieser Zeit wurden durch die Stadt Bautzen viele Rittergüter und Bauerngüter erworben, zu denen auch Waldflächen gehörten. So z.B. in Wuischke und Meschwitz. Durch den sogenannten „Pönfall“ verlor die Stadt Bautzen all ihren Waldbesitz mit einer Größe von ca. 500 ha im Jahre 1547. Bereits 1555 konnte die Stadt ihren ursprünglichen Waldbesitz zurückkaufen.
Weitere Waldflächen konnten in den Jahren 1571, 1584 und 1586 in den Bereichen Cunewalde, Meschwitz und zugekauft werden. 1595 erwarb die Stadt Bautzen Waldungen im Bereich der Döbschützer Heide – heute Mönchswalder Berg.

Größere Waldzukäufe sind im 17. und 18. Jahrhundert nicht nachweisbar. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts konnte durch Zukäufe in Kleindehsa, am Thromberg, in Cunewalde und auf der Nordseite des Schleifberges der Waldbesitz gemehrt werden. Betrug die Größe des Waldbesitzes um 1852 ca. 739 ha, so waren es im Jahre 1872 bereits 1.025 ha. Anfang des 20. Jahrhunderts betrug die Größe der städtischen Forsten 1.321 ha.

In der Zeit von 1912 bis 1945 sind nur kleiner Waldzukäufe mit ca. 86 ha im Bereich von Meschwitz, Rachlau, Wuischke und Hochkirch erfolgt. Die Größe des Stadtwaldes betrug zu dieser Zeit ca. 1.186 ha.

Nach der politischen Wende erfolgte die Restitution des forstlichen Alteigentums und die Ankaufspolitik wurde aktiviert. Heute umfasst der Stadtwald Bautzen eine Fläche von Ca. 1.310 ha.

(* Forsteinrichtungswerk Stadtwald Bautzen 1999–2008)