Museum Bautzen

"Wie alles sich zum Ganzen webt, …"

Textilgestaltung – Anne-Rose Säuberlich (1924-2009), Oppach
Ausstellung vom 17. Juni bis 23. September 2012

Die Ausstellung

Anne-Rose Säuberlich am Webstuh

Am Sonntag, dem 17. Juni 2012, eröffnet das Museum Bautzen um 15 Uhr die Kabinettausstellung „Wie alles sich zum Ganzen webt,…“. Gezeigt werden Einblicke in das Lebenswerk der Oppacher Textilgestalterin Anne-Rose Säuberlich (1924 Oppach – 2009 Ebersbach).

Ihr Interesse für den Umgang mit textilem Material entdeckte Anne-Rose Säuberlich während der Ausbildung in der Hauswirtschaftsschule Bautzen. Daraus entwickelte sich schon bald eine Leidenschaft, die sich wie ein roter Faden durch ihr Leben zog.

Anne-Rose Säuberlich am Webstuhl 2006
Foto aus dem Nachlass

Arbeit am Handspinnrad Als sie 1949 die Schule für Werkkunst Dresden als Handweberin abschloss, beherrschte sie nicht nur die Weberei in allen Facetten, sondern auch zahlreiche historische Techniken.

Arbeit am Handspinnrad um 1945
Foto aus dem Nachlass

Von 1966 bis 1971 erwarb sie an der Spezialschule für künstlerische Textilgestaltung Dresden die Qualifikation zur Zirkelleiterin (in der DDR waren Zirkel vom Staat organisierte Arbeitsgemeinschaften des „künstlerischen Volksschaffens“).
Anne-Rose Säuberlich leitete über Jahrzehnte den Zirkel des VEB Kombinats Schaltelektronik Oppach, des Gemeindeverbandes Oppach und der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung Löbau.
Im Förderzirkel des Bezirkskabinetts für Kulturarbeit Dresden bildete sie sich zugleich selbst unablässig weiter und beteiligte sich aktiv an der Schaffung mehrerer Gemeinschaftsarbeiten.
Die Werke von Anne-Rose Säuberlich bestechen durch die perfekte Beherrschung der Techniken, die sie, auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen, abwandelte und unterschiedlichste Materialien miteinander kombinierte.
Umgebindehaus mit Verschieferung Ab 1980 begann Anne-Rose Säuberlich, die Schieferverkleidungen an Hauswänden und Giebeln der Oberlausitzer Umgebindehäuser zu dokumentieren und verwendete die Muster für ihre Arbeiten. Auf diese Weise hielt sie den reichen Formenschatz der Oberlausitzer Schieferdecker fest.
Umgebindehaus mit Verschieferung Oberlausitz um 1980, Foto aus dem Nachlass

Für ihr Schaffen und für das jahrzehntelange Zusammentragen der Ortschronik „Oppacher Bilderbogen – Die Oppacher Bilderchronik“ wurde ihr 2006 die Ehrenbürgerwürde von Oppach verliehen.

Die bis zum 23. September im Museum Bautzen gezeigte Auswahl von Arbeiten der Anne-Rose Säuberlich belegt die Vielfalt ihrer Gestaltungen und ihren Umgang mit verschiedenen Materialien, wobei gleichzeitig die exzellente handwerkliche Umsetzung begeistert.

Kurzbiografie von Anne-Rose Säuberlich

Jahr Werdegang
1924 am 3. Juli in Oppach geboren
1943-1945 Hochschule für Lehrerbildung Dresden
Beginn der Prüfungen am 13. Februar 1945, Bombardierung Dresdens, Flucht aus der Stadt
1945-1947 Lehrerin an der Pestalozzi-Schule Neugersdorf
1953 Hochschule für Werkkunst Dresden, Abschluss als Handweberin
1949-1950 Lehrerin an der Verbandsberufschule Neugersdorf und an der Berufsschule Cunewalder Tal
1950-1951 Studium an der Textil-Ingenieurschule Zittau
1952 Heirat mit Hans Säuberlich, Meister im Uhrmacherhandwerk Sohn Arnd (geb. 1961) und Tochter Anne (geb. 1963)
1966-1971 Spezialschule für Leiter des künstlerischen Volksschaffens
1971-1985 Lehrerin an der Polytechnischen Oberschule Oppach
Leitung des Zirkels für künstlerische Textilgestaltung des VEB Kombinats Schaltelektronik-Stammbetrieb Oppach, des Gemeindeverbandes „Mittellausitzer Bergland“ Oppach des Gewerkschaft Unterricht und Erziehung Löbau
2006 Ernennung zur Ehrenbürgerin von Oppach
2009 am 28. Mai verstorben
1983 Verleihung des Goethe-Nationalpreises der DDR für Kunst und Literatur
1984 Aufgabe der Leitung des „Kollegiums Bildender Künstler Glasgestaltung Magdeburg“, seitdem freiberuflich tätig mit eigenem Atelie
seit 1989 verstärkte Beschäftigung mit der Restaurierung und Neugestaltung von Bleiglasfenstern in historischen Dorfkirchen und denkmalgeschützten Gebäuden
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Titelmotiv Saeuberlich-Ausstellung