Museum Bautzen

Biografische Daten zu Harald Metzkes

1929

Harald Metzkes

Harald Metzkes. 2008. Foto: Jürgen Matschie.

Am 23. Januar als Sohn des Arztes Dr. Walter Metzkes und seiner Frau Margot in Bautzen geboren

1939-1945

Besuch der Oberschule in der Bismarckstraße in Bautzen 

1945

Einberufung zur Wehrmacht im März, kurze Zeit in amerikanischer Gefangenschaft, Ende des Jahres Rückkehr nach Bautzen 

1945-1946

Fortsetzung der Oberschule und Abschluss mit Abitur 

1946

Malstudien bei Alfred Herzog

1947-1949

Steinmetzlehre bei Max Rothe in Bautzen

1949-1953

Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Wilhelm Lachnit 

1953

Heirat mit der Textilkünstlerin Elrid Fiebig, 1954, 1955, 1956 Geburt der Kinder Robert, Verena und Walter 

1953-1955

Freischaffend in Bautzen tätig, Künstlerfreundschaften mit Marianne Britze und Alfred Herzog 

1955-1958

Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin bei Otto Nagel, enge Zusammenarbeit mit den Meisterschülern Manfred Böttcher, Ernst Schroeder und Werner Stötzer, diese Künstlergruppe wird später als „Berliner Schule“ bezeichnet, Harald Metzkes ist ihr wichtigster Vertreter  

1957

Studienreise nach China mit John Heartfield und Werner Stötzer  

1959-1992

Umzug nach Berlin (Ost)  

1976

Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste zu Berlin  

1977

Einzelausstellung in der Nationalgalerie Berlin, Nationalpreis der DDR III. Klasse  

1980

Preis des Staatlichen Kunsthandels der DDR für Graphik 

1984/1988

Teilnahme an der Biennale in Venedig

1986-1991

Ordentliches Mitglied an der Akademie der Künste, Berlin (Ost)  

1989

Retrospektive in der Akademie der Künste, Berlin (Ost)  

1990

Retrospektive in der Staatlichen Kunsthalle, Berlin (West)  

1992-1993

Umzug vom Atelier am Kollwitz-Platz in Berlin nach Wegendorf (Brandenburg)  

1999

Anlässlich des 70. Geburtstages Ausstellung im Stadtmuseum Bautzen  

2000

Harald Metzkes „Ich und Herr H.“, Schriften, Reden, Aufzeichnungen, Prosa  

2006

Retrospektive auf Schloss Gottdorf in Schleswig  

2007

Retrospektive im Ephraim-Palais Berlin  

2007

Auszeichnung mit dem Hannah-Höch-Preis des Landes Berlin  

Künstlerisches Werk

Harald Metzkes künstlerisches Werk Familientruppe

Familientruppe. 1999. Öl auf Leinwand. 150 x 180 cm. Foto: Bernd Kuhnert.

Harald Metzkes zählt zu den Malern, die unter dem großen Dach des Realismusbegriffes angesiedelt werden. Allerdings gehört er zu jenen, die stets auf propagandistische Inhalte verzichten. Ihm geht es um die Wirkung der Kunst als Kunst. Mit Ernst und Leichtigkeit gegenüber dem Leben, der Natur und politischen Situationen ausgestattet, schuf Harald Metzkes in rund sechzig Jahren ein beeindruckendes und umfangreiches Oeuvre. Wir sehen und erleben in den Gemälden (s)ein Welttheater im Großen wie im Kleinen. Das Bildpersonal, welches der Maler auf seinen Weltenbühnen auftreten lässt, ist real und zugleich erfunden. Zumeist sind es Menschen seiner Umgebung, die Familie und er selber. Die Figuren sind gesehen, ihm bekannt und werden von ihm mit- und gegeneinander oder auch vereinzelt in Aktion gebracht, nehmen Bezug zum Betrachter auf. Der Künstler Metzkes fußt tief in der europäischen Kultur, kennt deren Kunstgeschichte, Literatur und Theater. Zudem kennzeichnet ihn ein reiches Wissen über mythologische und religiöse Themen und Zusammenhänge. So treten in den vielfigurigen Bildfindungen neben anderen Harlekin und Pierrot, Janus und Herkules auf. Sie tragen ihre Bedeutung als Figuren der Commedia dell´Arte oder Helden der Antike in sich. Darüber hinaus prägt der Maler ihnen einen Stempel der Gegenwart auf. Die Kämpfe, die Dramen, die Mahnungen, die Deutungen der bisweilen verwirrenden Konstellationen, das alles geht uns etwas an. Sie entpuppen sich als Kommentare zu aktuellen Zuständen oder sind Liebeserklärungen, an Menschen wie an Landschaften. (Christine D. Hölzig)

Die vom Museum Bautzen präsentierte Retrospektive zeigt den künstlerischen Wandel und zugleich die große Kontinuität in der Haltung, die besondere malerische Qualität und geistige Eigenständigkeit der Bilder des Protagonisten der so genannten „Berliner Schule“.

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