Museum Bautzen

Sommerlandschaften

Malerei und Grafik aus der Kunstsammlung des Museums Bautzen
14. Juli bis 20. September 2009

Vom 14. Juli bis 20. September 2009 präsentierte das Museum Bautzen die Sonderausstellung „Sommerlandschaften – Malerei und Grafik aus der Kunstsammlung des Museums Bautzen“. Dafür wurden aus den Depots Gemälde und Grafiken ausgewählt, die sonst für die Öffentlichkeit nicht zu sehen sind.

Ganz dem Titel der Ausstellung entsprechend, zeigen die Ölgemälde, Aquarelle und Radierungen sommerliche Landschaftsmotive. Die Themen sind vielfältig: Küstenlandschaften, Gebirgszüge, die Lausitz mit ihren Teich- und Heidelandschaften im Norden und dem Bergland im Süden sowie die Stadt Bautzen aus verschiedenen Blickwinkeln.

Georg Heine. Autobahnbrücke über die Spree bei Bautzen. Aquarell. 1941.

Die ausgewählten Werke datieren über einen Zeitraum von 200 Jahren – von Anfang des 19. Jahrhunderts bis Ende des 20. Jahrhunderts. Zu den ältesten gezeigten Arbeiten gehört unter anderem die Radierung „Palämons Eiche“ von Wilhelm Kolbe d. Ä. Sie entstand während Kolbes Aufenthalt in Zürich, wo er Gast der Familie Salomon Geßners war und von dessen Gemälden er Radierungen anfertigte. Zu den jüngsten Arbeiten zählt ein Aquarell der Oberlausitzer Künstlerin Iris Brankatschk mit dem Titel „Blutbuche in Teichnitz“.

Wilhelm Kolbe d. Ä. Palämons Eiche. Radierung. 1806-11.

 

 

 

 

 

 

Iris Brankatschk. Blutbuche in Teichnitz. Aquarell und Bleistift. 1993.

 

 

 

 

 

Lausitzer Natureindrücke wurden unter anderem von Rolf Friedmann, Alfred Herzog, Julius Fiebiger und Fritz Tröger eingefangen. Friedmann, gebürtig aus Kischinew und ab 1907 als Kunstmaler in Bautzen ansässig, gründete 1920 den „Lausitzer Künstlerbund“. Von dem in Dresden geborenen Maler und Zeichner Fritz Tröger sind zwei Landschaftsausschnitte aus der Umgebung von Kamenz zu sehen. Dort, nach Laske, war der Künstler am Beginn der vierziger Jahre gezogen, nachdem er mit einem Ausstellungsverbot in Dresden belegt wurde. Werke von Tröger befinden sich in zahlreichen ostsächsischen Museen.

Fritz Tröger. Lausitzer Teichlandschaft bei Laske. Farbige Kreide und Wasserfarbe. 1959.

In der Ausstellung vertreten sind auch Georg Heine, Alfred Herzog und Friedrich Krause-Osten, die in Bautzen gewirkt haben, Gerhard Stengel, der sowohl in Dresden als auch in Ahrenshoop an der Ostsee bevorzugt arbeitete, Georg Lührig, Professor an der Dresdener Kunstakademie und Mitglied des so genannten Goppelner Kreises sowie weitere lokale, regionale und überregionale Künstler.

Gerhard Stengel. Abend an der Elbe. Aquarell. 1957.

 

 

 

 

 

 

Willy Schieber. Heuschober. Aquarell. 1956.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ausstellung konzentriert sich weniger auf eine spezielle künstlerische oder thematische Richtung innerhalb der Gattung Landschaftsmalerei, sondern ermöglicht vielmehr aufgrund des betrachteten Zeitrahmens von 200 Jahren einen Exkurs in die Entwicklung des Genres. Die zahlreichen Werkbeispiele machen nachvollziehbar, wie sich Landschaft zunehmend als eigenständiges Bildmotiv entwickelte, wie sich, durch das noch im 19. Jahrhundert unkonventionelle Arbeiten vor der Natur, zugleich Malweisen veränderten und wie die emotional-subjektive Naturwahrnehmung im 20. Jahrhundert in vielfältigen Variationen Ausdruck fand.

Wilhelm Zimmer. An der Ostsee - Nordstrand bei Göhren. Öl auf Pappe. 1887.

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Museum Bautzen – Plakat der Ausstellung  Sommerlandschaften