Museum Bautzen

„Am Ufer“

Fotografien von Erasmus Schröter
26. September bis 1. November 2009

Im vergangenen Jahr gehörte Erasmus Schröter zu den ausstellenden Künstlern des 10. Bautzener Herbstsalons und wurde von der Jury einstimmig als Preisträger des 13. Bautzener Kunstpreises ausgewählt. In der nun stattfindenden Einzelausstellung zeigt Schröter Arbeiten seines Langzeitprojektes "Komparsen".

Frau vor gelber Hauswand

Abb.: Komparsen Frau 29, Farbfotografie, 122 cm x 145,4 cm.

Seit einigen Jahren arbeitet der Leipziger Fotokünstler mit Kleindarstellern sächsischer Bühnen, mit Menschen, die gern einmal auf einer Bühne stehen wollen und sich als Statisten für Oper, Theater oder Filmproduktionen casten lassen. Es sind Durchschnittstypen, die nur am Rande des Rampenlichts stehen. Schröter gibt ihnen in seinen großformatigen Fotografien eine Hauptrolle.

Die Frauen, meist blond, meiden häufig den Blick des Betrachters, wirken seltsam abwesend, als suchten sie am Horizont die Momente einer vergangenen Zukunft. Den Männern bleibt das Schwarzweiss des Mediums vorbehalten. Bepackt mit Koffern und Plastiktüten stehen sie in geradezu dramatischer Melancholie in archaischer Umgebung, im Wald, auf Brücken, an Hausecken. Es bleibt offen, ob sie in fremdes Terrain heimkommen oder ins Ungewisse aufbrechen.

Mann in Natur

Abb,: Komparsen Mann 7, Schwarzweißfotografie, 120 cm x 150 cm.

Die Räume, in denen sich Schröters "Komparsen" bewegen, sind merkwürdig kulissenhaft und doch real. Sorgfältig wählt der Fotograf vor den Aufnahmen die Orte aus. Bröckelnder Putz, aufgesprungene Gehwegplatten und abgeblätterte Farbe – es sind Orte an denen die Zeit ihre Spuren hinterlassen hat. Durch die Inszenierungen – der Posen und Gesten, von Raum und Licht – fühlt sich der Betrachter wie in die Szenenfotos eines imaginären Spielfilms versetzt.

Frau vor gelber Wand

Abb.: Komparsen Frau 6, Farbfotografie, 120 cm x 146 cm.

Erasmus Schröter, geboren 1956 in Leipzig, studierte von 1977 bis 1982 an der dortigen Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB). 1985 verließ er die DDR und siedelte mit seiner Frau, der Malerin Annette Schröter, nach Hamburg über. Seit 1997 lebt und arbeitet er wieder in Leipzig. 2005 und 2006 war er als Gastprofessor für Fotografie an der HGB Leipzig tätig. Seine Fotografien wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenpräsentationen im In- und Ausland gezeigt.

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