Museum Bautzen

Perlenglanz im Kerzenschein

CHRISTBAUMSCHMUCK AUS GABLONZ AN DER NEISSE / JABLONEC NAD NISOU und Dvůr Králové nad Labem (Königinhof an der Elbe) – Sammlung Waltraud Neuwirth, Wien
28. November 2009 bis 28. Februar 2010

Die Sammlung

Figur aus GlasperlenBöhmischer Glasperlen-Christbaumschmuck wird seit Jahrzehnten gesammelt und seine Beliebtheit ist ungebrochen. Unerschöpflich scheint die Fülle der Motive: farbenprächtige Fische und Vögel, filigrane Schmetterlinge und Spinnen, raffinierte Körbchen und Taschen, bewegliche Figürchen, Flugzeuge und Musikinstrumente – um nur einige zu nennen. Auch Weihnachtsstern und Weihnachtsmann finden sich natürlich als Motive wieder.

Figur aus Glasperlen Oft sind die gläsernen Gebilde zusätzlich mit Folien, Papierbildchen, Lametta, leonischem Draht, Chenille, Watte, Holz, Masse verziert oder mit phosphoreszierendem Material gefüllt. Unterschiedliche Herstellungsarten der Perlen und ihre Formenvielfalt führten zu besonderen Bezeichnungen: Atlasperlen, Rocailles, Druckperlen, Stifte, Hohlperlen mit Silber- oder Goldeinzug, Hohlperlen mit Innenrippung oder mit Fadendekor.

Käfer aus GlasperlenDie Wiener Kunsthistorikerin Waltraud Neuwirth widmet sich seit langem diesem Thema und stellt im Museum Bautzen den größten Teil ihrer Sammlung vor, die mehrere tausend Objekte umfasst und Grundlage mehrerer Publikationen war. Den Schwerpunkt bildet dabei der so genannte „Gablonzer Christbaumschmuck“, der vorwiegend im Gablonzer Bezirk (im Norden der Tschechischen Republik) entstand. Doch nicht nur aus dem Gebiet des heutigen Jablonec nad Nisou und seiner Umgebung kommen die Objekte. Auch in anderen böhmischen Orten wurden solche reizvollen Schmuckstücke gefertigt.

Schmetterling aus Glasperlen Flugzeug aus Glasperlen Gießkanne aus Glasperlen

Dr. Waltraud Neuwirth, Wien

Porträt Dr. Waltraud Neuwirth

Abb.: Dr. Waltraud Neuwirth, Kunsthistorikerin, Wien.

Dr. Waltraud Neuwirth, geboren 1941 in Wien, studierte an der Universität Wien Kunstgeschichte und Klassische Archäologie. Ihr Auslandsstudium am Centre Médiéval in Poitiers, Frankreich, beendete sie mit einer Dissertation zur romanischen Buchmalerei Westfrankreichs. Von 1968 bis 2002 war Waltraud Neuwirth am Österreichischen Museum für angewandte Kunst in Wien tätig (Leiterin der Sammlungen Glas und Keramik). Ihre wissenschaftlichen Forschungen erschienen seit 1976 zum Großteil im Selbstverlag. Neben Beiträgen in verschiedenen Fachzeitschriften publizierte sie mehr als fünfzig Bücher, so zu Wiener und Meißner Porzellan, Markenlexika, Punzierung von Wiener Silber, Glas und Keramik des Jugendstils, Wiener Keramik, zur Wiener Werkstätte, zu Glasperlen und Glas-Christbaumschmuck.

Eine Auswahl der Publikationen:

Waltraud Neuwirth: Glas Christbaumschmuck. Austria, Czechoslovakia / Glass Christmas Tree Ornaments. Austria, Czechoslovakia. Wien 2000.
Waltraud Neuwirth: Glasperlen-Christbaumschmuck aus Böhmen. Wien 2003.
Waltraud Neuwirth: Art Déco. Modeschmuck aus Gablonz. Ziernadeln. Wien 2008.

 Buchcover Christbaumschmuck

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Museum Bautzen – Plakat zur Ausstellung „Perlenglanz im Kerzenschein“

Tasche aus Glasperlen