Museum Bautzen

Lebendige Puppen

Theatergeschichten der fünf sächsischen Puppentheater-Ensembles
5. März 2011 bis 22. Mai 2011

Pettersson und FindusLeblose Dinge lebendig werden lassen und dabei junge wie auch ältere Besucher begeistern, das ist die Kunst des Puppentheaters. Mit fünf institutionellen Puppentheater-Ensembles in Bautzen, Dresden, Chemnitz, Zwickau und Leipzig weist Sachsen eine einzigartige Konzentration dieser besonderen Art des Theaterspielens auf. In diesem und im kommenden Jahr begehen die kommunalen Puppentheater sowie die Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden runde Jubiläen. Sie werden 20, 50 und 60 Jahre alt – ein Anlass, um sich zum ersten Mal in einer gemeinsamen Ausstellung zu präsentieren.

Traditionsreiches Puppenspiel

Sieben GeißleinIn Sachsen gibt es bereits seit fünf Jahrhunderten die Tradition des Puppenspiels. Im 16. Jahrhundert zeigten hier Gaukler biblische Stoffe mit Figuren und die ersten echten Hofkomödianten am kursächsischen Hof waren Puppenspieler. Als die Kurfürsten im 18. Jahrhundert Verbote gegen die Marionetten erließen, da sie in den Puppen eine zusehende Bedrohung der öffentlichen Ordnung sahen, erreichten sie damit das Gegenteil. Das Marionettenspiel blühte auf. Um 1900 gab es 150 Marionettenbühnen. Jede fünfte Puppenbühne in Deutschland reiste damals in Sachsen und auch beim künstlerischen Puppenspiel war Sachsen führend. Unter den besten 40 Bühnen des Jahres 1938 waren fünf Handpuppenbühnen aus dem Elbtal.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte die sächsische Landesregierung diese Stellung behaupten. 1951/52 entstanden nach dem Vorbild des Zentralen Moskauer Puppentheaters von Sergej Obraszow die ersten kommunalen Puppenbühnen der DDR sowie die Puppentheatersammlung in Dresden, die seitdem deren Entwicklung dokumentiert.

Wassermann und FischIn Sachsen eröffnete als erstes am Theater Chemnitz ein Figurentheater, kurze Zeit später folgten die Puppenbühnen in Zwickau und Dresden. Auf Initiative der Domowina entstand 1961 am Sorbischen Volkstheater Bautzen eine Puppentheatersparte – bis heute die einzige Bühne Deutschlands, die konsequent in zwei Sprachen spielt.

Nach der Wende wurde keine der Bühnen in Sachsen geschlossen, vielmehr entstand in Leipzig sogar ein fünftes Puppentheater neu.

Begleitprogramm

Begleitend zur Ausstellung wird an (fast) jedem Sonntag ein ausgewähltes Stück vom Bautzener Puppentheater aufgeführt. Mit dabei ist die Geschichte von der Müllerstochter und dem Rumpelstilzchen, das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein sowie die Abenteuer des Kaspers und seiner Puppenfreunde.

Szene aus PuppenspielSpielerisch erzählt wird auch vom fröhlichen Leben der Blumenkinder, vom daumenkleinen Däumelinchen und davon, wie der kleine Wassermann die Welt entdeckt. Die phantasievollen Inszenierungen des Bautzener Puppentheaters sind für kleine und große Zuschauer gemacht. Jedes Stück ist mit einer Altersangabe gekennzeichnet. (Programmübersicht rechts)

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Museum Bautzen – Plakat der Ausstellung  Lebendige Puppen