Museum Bautzen

Lichträume

Rudolf Hartmetz – Fotografie und Ute Fritzsch – Innenarchitektur. Die Bautzener Jahre 1991-2006.
19. Juni 2011 bis 14. August 2011

Die Ausstellung

Der Fotograf Rudolf Hartmetz und die Innenarchitektin Ute Fritzsch kamen 1991 nach Bautzen. Sie wohnten, arbeiteten und sanierten das Haus, in dem Ute Fritzsch 1941 geboren wurde. Er war als freischaffender Fotograf tätig, sie eröffnete ein Atelier für Innenarchitektur und Design. Mit großem Engagement war Rudolf Hartmetz im Bautzener Kunstverein e.V. aktiv. Für beide waren es künstlerisch fruchtbare Jahre. Die gemeinsame Ausstellung im Museum Bautzen gibt auf etwa 400 Quadratmetern Einblicke in das Schaffen von Ute Fritzsch und Rudolf Hartmetz, als Bautzen ihr gemeinsamer Arbeits- und Lebensmittelpunkt war.

Blick vom Turm des Rathauses nach Süden.

Fuchsienbrücke im Pücklerpark in Bad Muskau.
Bautzen - Blick vom Turm des Rathauses nach Süden. 1992-93. terra budissinensis - Das Löbauer Wasser in der Gröditzer Skala.


In großformatigen Architektur- und Landschaftsaufnahmen der Stadt Bautzen und der Region, in Bildzyklen und Publikationen präsentiert die Ausstellung das Werk von Rudolf Hartmetz. Die Aufnahmen bestechen. Die kräftigen Schwarz-Weiß-Kontraste seiner Bilder sind Bekenntnis, sind Grafik. Künstlerischer Ausdruck und handwerkliches Vermögen prägen seine Arbeiten. Seine topografischen Bestandsaufnahmen von Bautzen und der Lausitz tragen dank ihrer kulturgeschichtlichen Authentizität zum Selbstverständnis der Bewohner der Stadt und der Region im europäischen Umfeld bei.

Eindrucksvoll beschreibt Hartmetz die zeitlose Faszination, die von Städten wie Bautzen, Görlitz und Zittau oder den Landschaftsräumen des Fürst-Pückler-Parks in Bad Muskau und Branitz ausgeht.


Oberlausitz - Fuchsienbrücke im Pücklerpark in Bad Muskau. 1998-2000.

Zwischen 1989 und 2006 war das Projekt »Auf der Suche nach Europa« das zentrale Thema seiner Fotografien. Mit Leidenschaft verfolgte er die Spuren vergangener Kulturen. Auf der Suche nach einer gemeinsamen europäischen Identität, setzte Hartmetz die Einzigartigkeit der Orte ins Licht.

Schwurgerichtssaal im Landgericht. 1994. Bar im Seitenfoyer des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters
Bautzen - Schwurgerichtssaal im Landgericht. 1994. Aufnahme Rudolf Hartmetz. Bar im Seitenfoyer des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters. 2002.


Fotografische Raumsichten, Skizzenblätter und Zeichnungen stellen die innenarchitektonischen Arbeiten von Ute Fritzsch im Raum Bautzen vor. Das Spektrum ihres Schaffens umfasst die Mitarbeit bei der Sanierung, Restaurierung und Umnutzung von Räumen.
Dabei ist sie stets darauf bedacht Erhalt, Erneuerung und Ergänzung der Bausubstanz sinnvoll und einfühlsam miteinander zu kombinieren. In Bautzen arbeitete sie unter anderem an der Innenraumgestaltung des Landgerichts, des Landratsamtes und der Liebfrauenkirche mit. Außerdem gestaltet sie den Neubau des Seitenfoyers im Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen und die Brauthalle des Doms St. Petri.

Der Berliner Bildhauer Robert Metzkes wurde als Gast zur Ausstellung gebeten. Seine Figu-rengruppe TRIO – drei fast lebensgroße, farbig engobierte Terrakottafiguren – wird im Ober-lichtsaal des Museums zu sehen sein.

Die Künstler

Selbstporträt des Fotografen mit Kamera.Der Fotograf Rudolf Hartmetz
Rudolf Hartmetz wurde 1941 in Lódź (heute Polen) geboren. Er wuchs im sächsischen Hartha auf, wo er das Fotografenhandwerk erlernte. Seine ersten Erfahrungen als Bilddokumentarist sammelte er beim Aufbau des Erdölverarbeitungswerkes in Schwedt. Anschließend ging er nach Leipzig, studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst und erwarb das Diplom als Fotografiker. Seit 1971 arbeitete er freischaffend, anfangs in Schwedt, danach als Fotograf bei der Bauakademie in Berlin und später in Frankfurt (Oder). Rudolf Hartmetz zog 1991 mit Ute Fritzsch nach Bautzen. Er fotografierte vornehmlich in den Bereichen Architektur, Landschaft, Stadtbild und Denkmalpflege. Seine Fotografien wurden auf verschiedenen Ausstellungen in Deutschland und Europa gezeigt. Das Museum Bautzen stellte bereits 2002 anlässlich der Einweihung des sanierten Oberlichtsaal unter dem Titel „Auf der Suche nach Europa. Rudolf Hartmetz – Fotografien“ Arbeiten des Fotografen aus. Rudolf Hartmetz verstarb im April 2007, wenige Monate nach seinem Umzug in das brandenburgische Rheinsberg.

Porträt von Ute Fritzsch.Die Innenarchitektin Ute Fritzsch
Ute Fritzsch, geborene Metzkes, wurde 1941 in Bautzen geboren. Dem Schulbesuch und Abitur folgte eine Werkzeugmacherlehre im VEB Waggonbau Bautzen. Danach studierte sie Industrieformgestaltung an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee. Nach dem Diplom war sie in Berlin freischaffend tätig. Ihre Arbeitsaufgaben erweiterten das Gestaltungsfeld. Zum Produktentwurf für die Industrie kamen Umweltgestaltung und innenarchitektonische Aufgaben hinzu. 1977 zog sie nach Frankfurt (Oder).

Die Mitarbeit bei der Rekonstruktion historischer Gebäude für Kirche und Stadt wurde ihre zentrale Aufgabe. Auch in Bautzen widmet sich Ute Fritzsch der Gestaltung und Revitalisierung historischer Innenräume, zumeist repräsentativer öffentlicher Gebäude. Erst später kamen die Ausstattung moderner privater Wohn- und Arbeitsräume hinzu. Seit 2006 lebt und arbeitet die Innenarchitektin in Rheinsberg.

 

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Museum Bautzen – Plakat der Ausstellung  Lichträume

Leuchter im Schwurgerichtssaal im Landgericht. 1994. Aufnahme Rudolf Hartmetz.