Museum Bautzen

vergissmeinnicht

Briefbeschwerer aus Glashütten der Lausitz
Kabinettausstellung
23. November 2013 – 26. April 2014

Sammlungen Bernd-Ingo Friedrich (Weißwasser) und Arnd Keller (Bautzen)

Die Ausstellung

In den vielen Glashütten, die es einst in der Lausitz gab, entstand als Nebenprodukt eine besondere Form der Volkskunst: Briefbeschwerer aus Glas. Gerade die Ober- und die Niederlausitz mit ihren reichen Vorkommen an Holz, Kohle und Sand boten ideale Voraussetzungen für die Entwicklung einer Glasindustrie, die in der Gründerzeit internationale Bedeutung erlangte.

Glashütte in Friedrichshain bei Weißwasser

Glashütte in Friedrichshain bei Weißwasser

Die Ausstellung im Museum Bautzen zeigt zu diesem Thema zwei Sammlungen, die unter ganz unterschiedlichen Gesichtspunkten zusammengekommen sind.

Bernd-Ingo Friedrich aus Weißwasser bringt mit seiner Sammlung ein fast vergessenes volkskundliches Kulturgut der Region wieder in Erinnerung. Gezeigt werden 120 Briefbeschwerer, die in Glashütten der Lausitz entstanden sind, hinzu kommen etwa 50 weitere Stücke von privaten Leihgebern und Museen. Zu besonderer Bedeutung gelangten jene Funde, zu denen sich der Beschenkte oder gar der Glasbläser ermitteln ließ, wenn Geschichten, Lebensbeschreibungen, Urkunden, Zeugnisse und Arbeits- und Familienfotos einen Einblick in das Leben der Glasmacherfamilien gewähren oder wenn Firmenunterlagen über den Produktionsablauf informieren. Eine Vielzahl an Dokumenten und Archivalien zu Lausitzer Glashütten ergänzen die Ausstellung. Präsentiert wird das Ergebnis einer langjährigen Recherchearbeit, durch das gleichzeitig eine kulturhistorische Forschungslücke geschlossen wird.

Die Sammlung von Arnd Keller aus Bautzen dagegen umfasst etwa 1000 Briefbeschwerer. Sie stammen vorwiegend aus Sachsen, Böhmen, Schlesien und Thüringen und wurden hauptsächlich in der Blütezeit der Glasmacherei ab 1850 hergestellt. Die farbenfrohen Motive zeigen in zahllosen Gestaltungsvarianten meist Blumen, Schmetterlinge oder „Spinnen“, die mit eingeschlossenen Luftblasen oder mit Inschriften versehen sind. Auch kleine Figuren sowie Fotos von Personen kann man in den Briefbeschwerern entdecken. Manche sind sogar mit kunstvollen Facettenschliffen verziert. In ihrer faszinierenden Vielfalt zeugt die Sammlung nicht nur von der perfekten Beherrschung des Handwerks, sondern auch vom großen Geschick der Glasbläser und ihrem gestalterischen Talent.

 Eröffnung

Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonnabend, dem 23. November 2013, um 15 Uhr, laden wir herzlich in das Museum Bautzen – Muzej Budyšin ein.
Begrüßung Dr. Jürgen Vollbrecht, Museumsleiter
„Geschundenes Glas“ Dr. Georg Goes, Museum und Glasstudio Baruther Glashütte
Musikalische Umrahmung Peter Ziesch, Gesang Jörg Michael Keschke, Klavier
Anschließend Führung mit Bernd-Ingo Friedrich und Arnd Keller

Begleitveranstaltungen

Sonnabend, 7. Dezember 2013, 13 Uhr
Kleine Bildungsreise „Ofenzauber und Hüttenschmaus“
Ein Hüttennachmittag im Museum Glashütte, Baruth/Mark,
organisiert durch Pro Museo e.V.
Donnerstag, 12. Dezember 2013, 16 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Bernd-Ingo Friedrich
Sonntag, 26. Januar 2014, 15 Uhr
Sonntag, 23. Februar 2014, 15 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Bernd-Ingo Friedrich und Arnd Keller
Sonntag, 23. März 2014, 15 Uhr
Vortrag „Zauber gefrorenen Lichts“ – Ein Streifzug zu Kultur und Technik des Glases, Dr. Georg Goes, Museum und Glasstudio Baruther Glashütte
Sonnabend, 26. April 2014, 15 Uhr
Finissage Führung durch die Ausstellung mit Bernd-Ingo Friedrich und Arnd Keller
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Ausstellung „vergissmeinnicht“ – Plakat