Museum Bautzen

Burgen, Scherben, Schläfenringe – Regionale Archäologie des Mittelalters

Sonderausstellung

10. Oktober 2015 – 21. Februar 2016

Die Ausstellung

Die Oberlausitz ist reich an beeindruckenden, obertägig sichtbaren mittelalterlichen Bodendenkmälern: den Burgwällen. Darunter sind zahlreiche Burgwälle aus der Zeit vor dem Jahr 1200, die überwiegend von den slawischen Bewohnern der Oberlausitz, den Milzenern errichtet worden sind.

Die neue Sonderausstellung des Museums Bautzen geht nun der Frage nach, was die Archäologie über die mittelalterliche Besiedlung der Oberlausitz sagen kann: Was weiß die regionale archäologische Forschung heute über die Datierungen, Funktionen und Zusammenhänge mittelalterlicher Funde und Befunde in der Oberlausitz? Die Ausstellung zeichnet verschiedene Ansätze für eine Vertiefung unserer regionalen archäologischen Kenntnisse nach. Es geht demnach um Potentiale und Defizite der Erforschung mittelalterlicher archäologischer Funde und Befunde aus der Zeit vor 1200.

Die genauen Zeiten der Erbauung der Burganlagen ist zum Beispiel unbekannt: Wir wissen nicht, ob es sich um Anlagen aus einer oder aus mehreren Generationen handelt. Auch wissen wir nicht, welche Funktionen die einzelnen Burganlagen hatten. Die bisherigen archäologischen Untersuchungen zeigen, dass nur wenige der weitreichenden Verallgemeinerungen sinnvoll sind.

Ausschnitt einer Szene auf dem Teppich von Bayeux. Harald Godwinson feiert mit seinen Gefolgsleuten ein Festmahl in Bosham. © Stadt Bayeux, Normandie, Frankreich. Auch sind über die verschiedenen Bereiche des Alltagslebens, die archäologisch fassbar sind, eher fragmentarische Kenntnisse verfügbar. Es zeigen sich aber deutlich Richtungen, in die zukünftige Forschungen gehen können um die Erkenntnisse zu verdichten. Das wird anhand von botanischen, archäozoologischen und vielen weiteren Beispielen in der Ausstellung erläutert.

 

 

Ausschnitt einer Szene auf dem Teppich von Bayeux. Harald Godwinson feiert mit seinen Gefolgsleuten ein Festmahl in Bosham. © Stadt Bayeux, Normandie, Frankreich.

 

 

Dem zwangsläufig fragmentarischen Charakter der Ausstellung wird ein einzigartiger, aus einem anderen Land stammender Einblick in das oft auch durch kriegerische Auseinandersetzungen geprägte mittelalterliche Alltagsleben zur Seite gestellt: Erstmals wird in Sachsen eine Reproduktion des Teppichs von Bayeux (im Maßstab 1:2) gezeigt. Das in der Normandie (Nordfrankreich) ausgestellte, zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Original ist eines der bedeutendsten bekannten mittelalterlichen Bildwerke. Der Teppich von Bayeux zeigt die Ereignisse vor und während der Schlacht bei Hastings (Großbritannien) im Jahre 1066 und entstand bereits kurz danach, wohl vor dem Jahr 1082.

Eröffnung Sonnabend, 10. Oktober 2015, 15 Uhr
Begrüßung Dr. Jürgen Vollbrecht, Museumsleiter
Grußwort Alexander Ahrens, Oberbürgermeister der Stadt Bautzen
Einführung Dr. Jürgen Vollbrecht, Museumsleiter
Alte Musik Michael Sapp (Portativ und Perkussion) und Thomas Friedlaender (Blasinstrumente und Perkussion)
Ort Museum Bautzen | Muzej Budyšin
Kornmarkt 1
02625 Bautzen
1. Obergeschoss

Verzierte Wandscherbe, Burgwall Blösa Verzierte Wandscherbe, Burgwall Blösa,
9./ 10. Jh. Museum Bautzen. Repro Holger Hinz.

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Keramik des 9./ 10. Jh., furchenverzierter Topf. Coblenz. Museum Bautzen.