Museum Bautzen

Bilder der Zerstörung – Bautzener Künstler zeichnen ihre 1945 in Trümmern liegende Stadt

Sonderausstellung

Die Ausstellung

Am Ende des Zweiten Weltkrieges tobten in Bautzen im April 1945 schwere Kampfhandlungen zwischen Einheiten der Deutschen Wehrmacht, Truppen der Roten Armee und polnischen Streitkräften. Nach erbitterten Straßen- und Häuserkämpfen konnte die Deutsche Wehrmacht den Gegner aus der Stadt wieder herausdrängen. Luftangriffe, Sprengungen Artilleriefeuer und Panzereinsätze forderten jedoch zahllose Menschenopfer und verheerten weite Teile der Stadt. Anfangs lagen über das gesamte Stadtgebiet verstreut getötete Militär- und Zivilpersonen sowie Tierkadaver. Zerstört oder beschädigt wurden 1.280 Wohnhäuser, 3.713 Wohnungen, 219 öffentliche Bauten, 17 Brücken, 6 Großbetriebe, 23 mittelgroße Betriebe, 350 Handwerks- und Kleinbetriebe sowie 60 Gebäude landwirtschaftlicher Unternehmen. Nahezu alle Straßen und Plätze waren durch Mauerwerk, zerstörte Militärtechnik und umgestürzte Bäume zeitweilig unpassierbar. Stromleitungen waren gekappt, Abwasserleitungen geborsten und Fäkalgruben beschädigt.

Heinrich Mönch (1890–1963): Durch Sprengung zerstörte Kronprinzenbrücke. Bautzen, 1945. Bleistiftzeichnung. Museum Bautzen.

Die Verwüstungen und Zerstörungen schufen eine neue historische Situation und stellten die Menschen vor schier unlösbare Probleme bei der Rückkehr in den Alltag und den Wiederaufbau der Stadt nach dem Ende des Krieges. Journalisten und Fotographen hielten in Berichten und Bildaufnahmen ihre Eindrücke von den Geschehnissen und Auswirkungen dieser Zeit fest. Künstler wie Gerhard Benzig (1903–1974), Marianne Britze (1883–1980), Max Döcke (1897–1968), Georg Heine (1877–1952), Alfred Herzog (1795–1988), Wido Ludwig (1927–1993), Heinrich Mönch (1890–1963) und Georg Vogel (1918–1999) rückten die in Trümmern liegende Stadt in ihren Zeichnungen, Aquarellen und Gemälden ins Bild. Ihre Ansichten sind heute ein wesentlicher Beitrag zum Verständnis der damaligen Ereignisse.

Max Döcke (1897–1963): Frauen beim Wasserholen an einem Hydranten in der Fleischergasse. Bautzen, 1945. Tuschezeichnung auf Tonpapier. Museum Bautzen.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl künstlerischer Arbeiten, welche die Kriegszerstörungen in der Stadt oft sachlich dokumentieren, dabei aber die emotionale Ergriffenheit ihrer Schöpfer erkennen lassen. In das Blickfeld des Betrachters rückten sie stadtbildprägende Bauten wie den Bahnhof und die Kronprinzenbrücke oder die Areale der Altstadt um den Kornmarkt, den Wendischen Kirchhof und die Ortenburg, die ebenfalls durch gravierende Zerstörungen in Mitleidenschaft gezogen worden waren. In Ergänzung zu den künstlerischen Arbeiten sind in der Ausstellung ausgewählte Fotografien mit »Trümmerszenarien« von Kurt Arno Lehnert (1882–1956) und Oskar Kaubisch (1882–1959) zu sehen.



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