Hauptmarkt

Geschichte

Mit seiner bescheidenen Größe von 50 x 65 Metern war und ist der Hauptmarkt dennoch das Herz, der „Festsaal“ der Stadt. Als um 1213 das Rathaus gebaut wurde, muss der heutige Hauptmarkt schon vorhanden gewesen sein und damit ist er einer der ältesten Plätze Bautzens. Der Markt ist ein Raum, in dem man ankommt. So war auch der Hauptmarkt über Jahrhunderte ein Zielpunkt der Handelswege aus Böhmen oder Franken. Ebenso war er Schauplatz des städtischen Markttreibens mit den Jahrmärkten als Höhepunkt. Aber auch Pranger und öffentliche Hinrichtungen am Galgen ließen die Menschen zum Marktplatz strömen. Häufig gab es vor dem Rathaus Theateraufführungen.

Der Reiz der Markttage hat sich bis heute erhalten und ein Marktgang am Samstagmorgen gehört zum Pflichtprogramm für ein gelungenes Wochenende. Die Raumwirkung des Hauptmarktes wird natürlich nicht durch den Platz als solchen erreicht. Es sind die Häuser, die um ihn „herum“ stehen, die sozusagen die „Wände des Festsaales“ bilden mit dem Rathaus und dem Gewandhaus als Höhepunkt. Sie alle haben ihre eigene Geschichte und manche haben auch Stadtgeschichte geschrieben.

Unter Wenzel Röhrscheidt d. Ä wurde 1572 bis 1575 der erste Marktbrunnen erbaut. Die Sandsteinskulptur des „Ritter Dutschmann“ war eine Arbeit von Christoph Walter II. von 1576 und stand in der Mitte des Brunnens. 1855 wurde dieser abgebrochen, die Skulptur fand ihren Platz auf einer Konsole am Rathausturm. 1985 wurde im Rahmen der Umgestaltung des Hauptmarktes ein neuer, vom Dresdner Bildhauer Johannes Peschel gestalteter Marktbrunnen aufgebaut. Auf einer hohen Granitsäule in der Mitte steht nun auch wieder der „Ritter Dutschmann“, allerdings wurde die sehr geschädigte Originalskulptur durch eine Kopie ersetzt.

Autor: Stadtverwaltung Bautzen, André Wucht

Quelle: Hermann Oscar Meister – Hauptmarkt – Innere Lauenstraße 1 – Gewandhaus. Um 1897–98. Museum Bautzen

Quelle: Rudolf Johannes Meister – Hauptmarkt – Rathaus und Rathausturm eingerüstet. Um 1924. Museum Bautzen