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Liebe Bürgerinnen und Bürger,
lube wobydlerki, lubi wobydlerjo,


die Unterzeichner dieses Schreibens sind entsetzt über die aktuelle fremdenfeindliche Situation in Teilen unserer Gesellschaft, die sich unter anderem in Äußerungen gegenüber Asylsuchenden und auch in Auseinandersetzungen mit unseren sorbischen Mitbürgern äußern. Die Kultur des toleranten Miteinanders hat tiefe Risse bekommen, gegen die wir uns erwehren müssen.

„Seit Mitte dieses Jahres muss in Deutschland und somit auch im Landkreis Bautzen eine wachsende Zahl von Frauen und Männern untergebracht werden, die in unserem Land Asyl suchen. Dass es sich dabei um eine Pflichtaufgabe handelt, die nicht ohne Probleme von statten geht, ist uns inzwischen allen bewusst.

Wir verstehen manche Ängste gegenüber den Menschen, die aus unterschiedlichen Kontinenten zu uns kommen, deren Aussehen, Kleidung und Glaube uns fremd scheint. Mitmenschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Schutz sollten des "fremd sein" wegen nicht scheitern.

Die Unterzeichner appellieren an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger sich klar zu den Zündeleien gegen die Asylpolitik zu positionieren. In der Landkreisverwaltung sowie den Städten und Gemeinden stehen Ansprechpartner zur Verfügung, die sich dieser Sorgen annehmen und gemeinsam nach Antworten und Lösungen suchen. Die Verwaltungen finden bereits in breiten Schichten der Bevölkerung Rückhalt und Unterstützung.

Einige Menschen stören sich aber an denen, die in den Asylbewerberheimen Schutz suchen und auf die Bearbeitung ihres Asylantrages warten. In den sozialen Medien und in Gesprächen werden menschenverachtende Rufe immer lauter. Spezielle politische Gruppierungen spielen mit den Ängsten der Bürger und rufen offen zu Protesten auf.

Menschen, die sich offiziell nicht dem politisch rechten Lager zuordnen lassen wollen, unterstützen diese Proteste. Damit schaffen sie aber das Fundament für neue Hetze. Die Unterzeichner rufen auf, mit offenen Augen zu prüfen, wessen Meinung man damit befördert.

Ebenso befremdlich sind die jüngsten Übergriffe gegen unsere sorbischen Mitmenschen, die sich offensichtlich aus diesem fremdenfeindlichen Nährboden entwickelt haben. Das kann und darf nicht sein. Seit Jahrhunderten leben in unserer Region Deutsche und Sorben friedlich miteinander. Dieses Zusammenleben hat unsere Region befruchtet, genau wie es der Austausch mit anderen Menschen und Kulturen tut.

Die Unterzeichner stellen sich klar gegen Fremdenhass, Intoleranz und Gewalt gegenüber anderen Menschen, Nationen und Glaubensrichtungen.“

Christian Schramm
Oberbürgermeister

Michael Harig
Landrat

David Statnik
Vorsitzender Domowina – Bund Lausitzer Sorben

Bernhard Sonntag
DGB Regionalgeschäftsführer

Die Bürgermeister der Städte und Gemeinden im

Landkreis Bautzen

Bautzener Räte gegen Rechts

tvBunt Bautzen

Die Kirchgemeinden in der Stadt Bautzen


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