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Altstadtsanierung


Die Situation 1990

Unsanierte Häuser am HauptmarktZur Vorbereitung der Sanierungsmaßnahme „Altstadt“ gemäß §§ 136ff BauGB wurden die „Vorbereitenden Untersuchungen“ durchgeführt. Diese erfassten die Situation in der Altstadt mit folgendem Umfang:

 

 

 

Gebietsgröße 19 ha
davon öffentliche Flächen 4 ha
Grundstücke 394
Einwohner (31.12.1992) 1305
Anzahl der Wohnungen 1041
darunter leerstehend 452

 

Im Ergebnis dieser Vorbereitung wurden folgende Merkmale festgestellt, die signifikant für die Gesamtsituation der Altstadt sind und somit die wesentlichen Sanierungsgründe darstellen:

  • 32 % der Hauptgebäude stehen ganz oder teilweise leer 
  • 44 % der Wohnungen sind ungenutzt 
  • 86 % der Hauptgebäude weisen erhebliche (11 %) oder schwere (75 %) Schäden auf 
  • ca. 80 % der Wohnungen haben erhebliche bis schwere Bau- und Ausstattungsmängel 
  • 31 % der Grundstücke haben einen für eine funktionell vertretbare Lösung unbefriedigenden Zuschnitt (Größe, Breite usw.) 
  • In 59 % der Grundstücke ist das „normale“ Maß der baulichen Nutzung z. T. erheblich überschritten, so dass Neuordnungen notwendig werden. 
  • Die gesamte Stadttechnik ist überaltert und kann die Ver- und Entsorgung als Voraussetzung für die Sanierung nicht sichern. Wesentliche Anlagen, insbesondere der Abwasserbeseitigung, fehlen völlig. 
  • Die Altersstruktur der Einwohner ist ungünstiger als in der Gesamtstadt. 
  • Die Verkehrserschließung, insbesondere der ruhende Verkehr, ist unbefriedigend gelöst. 
  • Das Gebiet ist Teil des Stadtzentrums und bedarf einer wesentlichen qualitativen Aufwertung, um diese Funktion erfüllen zu können. 
  • Das Gebiet besitzt außerordentlich hohen städtebaulich-denkmalpflegerischen Wert. 
  • Im Gebiet ist eine „Trennlinie“ zwischen dem noch relativ belebten östlichen Teil und dem vorwiegend von Verfallserscheinung geprägten westlichen Teil vorhanden.

Diese Auflistung wesentlicher Tatbestände macht den gravierenden Widerspruch zwischen Bedeutung und funktionaler Rolle des Gebietes innerhalb der Stadtstruktur einerseits und Fortschreiten des Verfalls mitten im Stadtzentrum, verbunden mit drohenden Substanzverlusten und einer starken Abwertung des Altstadtgebietes

andererseits deutlich, der um 1990 kennzeichnend nicht nur für die Situation in Bautzen, sondern in wohl den meisten ostdeutschen Städten war.

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