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Männer in Kindertageseinrichtungen

Wirft man heute einen persönlichen Blick zurück in die Vergangenheit, in die Zeit der eigenen Kindheit, so erinnert sich jeder Mensch an die Tante im Kindergarten oder im Hort. Sie spielte mit uns, sie tröstete uns und nicht selten wurde zusammen gelacht. Aber an einen Onkel erinnert sich keiner. Wie auch, es gab ja dort auch keine männlichen Erzieher.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass das Berufsfeld der Erziehung nur von Frauen besetzt wurde. Die Gründe dafür sind eng mit dem gesellschaftlichen und beruflichen Status der Frau in den vergangenen Jahrhunderten verbunden, warum Frauen erst in Form einer Gouvernante und im Zuge der Industrialisierung auch professionell als Erzieherinnen tätig wurden. Die Zeiten haben sich, wie man so schön sagt, geändert oder doch nicht? Natürlich kann eine Frau heut jeden Beruf ausüben den ein Mann auch ausübt. Aber kann oder will ein Mann heutzutage auch einen Beruf ergreifen, der allgemein als Frauenberuf verschrien ist? Dabei ist längst bekannt, dass wer sich in einem Berufsfeld wie der Erziehung bewegt, pädagogisch wichtige Arbeit leistet und nicht, wie manch einer denkt, nur die Kinder gehütet werden. Denn die Aufgabe von Erzieher/innen ist es Bildungsprozesse zu ermöglichen, diese zu unterstützen sowie anzuregen. Dazu tragen sie die Verantwortung Begabungen individuell zu fördern und Benachteiligungen bei Kindern abzubauen.

Warum aber sollten Männer als Erzieher arbeiten?
Die Gründe, warum auch Männer in einer Kita oder einem Hort arbeiten können und sollen, liegen auf der Hand. Zum einen eröffnen sich auf dem Arbeitsmarkt gute Möglichkeiten in diesem Beruf zu arbeiten, da es aus den zuvor genannten Gründen an Männern mangelt. Dies gibt auch eine Statistik aus dem Jahr 2011 wieder, laut der in Sachsen der männliche Anteil unter den pädagogischen Fachkräften nur 3,8% betrug. Neben den beruflichen Chancen, ist es der Beruf des Erziehers selbst, der sehr vielschichtig, spannend und abwechslungsreich ist. Dazu kommt, dass Männer in Kitas eine oftmals andere Art haben Konflikte zu lösen oder Lernangebote den Kindern zu vermitteln, was von weiblichen Mitarbeitern und Eltern gewünscht wird. Weiterhin wirken sich Männer positiv auf Spielangebote und Kommunikationsstile, besonders bei Jungen, aus und deren Anwesenheit kann für das gesamte Erzieherteam neue und andere Perspektiven eröffnen.

Jeder Mensch, der einen staatlich anerkannten Abschluss als Erzieher/in, Heilerziehungspfleger/in, Sozialpädagoge/in, Sozialarbeiter/in oder Heilpädagoge/in hat, kann in diesem Berufsfeld tätig werden. Diese Ausbildungen erfolgen in verschiedenen Ausbildungsformen und es müssen bestimmte Vorraussetzungen erfüllt werden. Die Ausbildung als Erzieher/in erfolgt an einer Fachschule in Vollzeit- oder Teilzeitausbildung. Vorraussetzung für die Aufnahme an einer solchen Fachschule sind der Realschulabschluss und der erfolgreiche Abschluss einer für den Bildungsgang förderlichen mindestens zweijährigen anerkannten Berufsausbildung, zum Beispiel staatlich geprüfter Sozialassistent/in, oder eine anerkannte Berufsausbildung mit mindestens einjähriger förderlicher beruflichen Tätigkeit. Die Ausbildung von Heilerziehungspflegern/innen und Heilpädagogen/innen erfolgt ebenfalls an Fachschulen und bedarf ähnlicher Zugangsvoraussetzungen wie die der Erzieher/innen. Die Ausbildung der Sozialpädagogen/innen oder Sozialarbeiter/innen erfolgt als Direktstudium oder berufsbegleitendes Studium an einer Hochschule oder Universität. Die Vorraussetzung für das Studium ist die allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder die Fachhochschulreife.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter folgendem Link: http://www.koordination-maennerinkitas.de  

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