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Sternkinder - Veranstaltung für 5. und 6. Klassen

Im letzten Frühling, als der „Zug der Erinnerung“ auf seinem Weg nach Auschwitz auch auf dem Bautzener Bahnhof Station machte, erlebten in der Kinder- und Jugendbibliothek zahl-reiche Schüler der 5. und 6. Klassen eine Schulstunde der anderen Art zu diesem Thema. Jene knapp 300 Schüler, die die insgesamt 12 Veranstaltungen besuchten, waren tief bewegt und nachdenklich angesichts der unvorstellbaren Geschehnisse, die vor nicht allzu langer Zeit in ihrer Stadt und ihrem Land vor sich gingen. Wegen des großen Erfolgs wird die Veranstal-tung „Sternkinder“ zwischen dem 23. Februar und 13. März 2009 erneut angeboten.
Zunächst werden die Schüler altersgerecht auf die Themen Nationalsozialismus, Rassenhass und Holocaust vorbereitet. Sie erfahren, woher der Nationalsozialismus kam und welches Gedankengut er beinhaltet, wer die Juden sind und wie Hitler nach der Machtergreifung seine Gegner und so genannte „Volksfeinde“ verfolgen und ausschalten konnte. Mit möglichst einfachen Worten wird kindgerecht erklärt, was sich hinter den Begriffen Antisemitismus, Ghetto und Konzentrationslager verbirgt.
Dem folgen verschiedene Lesungen. Vorgestellt werden die Werke „Sternkinder“ von Clara Asscher-Pinkhof, „Das Mädchen im roten Mantel“ von Roma Ligocka sowie „Erikas Geschichte“ von Ruth van der Zee. Asscher-Pinkhofs Sternkinder sind namenlose Geschwister gleichen Schicksals. Der Gewalt und dem Schrecken ausgeliefert, bleiben sie doch Kinder, von unzerstörbarem Vertrauen und oft wunderbar beschützt. „Diese Sternkinder sind keine Märchenfiguren. Es gibt grausame, entsetzliche Märchen, aber die Grausamkeit und das Entsetzen in diesem Buch sind nicht erfunden“, sagt Erich Kästner in seinem Vorwort zum Buch.
Roma Ligocka beschreibt in ihrem Buch ihre eigene Lebensgeschichte. Aufgewachsen im Krakauer Ghetto, beschreibt sie die Jahre des Grauens aus der Perspektive des Kindes. Eines Kindes, das nichts anderes kennt als die Lederstiefel der uniformierten Deutschen, die bellenden Hunde, die Enge, das Elend und die tägliche Bedrohung. Bäume, Wiesen, Puppen – das dreijährige Ghettokind Roma kennt all dies nicht. „Erikas Geschichte“ beschreibt das authentische und unglaubliche Schicksal eines jüdischen Mädchens. Es ist die Geschichte einer Mutter, die auf der Zugfahrt in den Tod aus Liebe ihr Kind hinaus ins Leben wirft. Eindrucksvolle Illustrationen von Robert Innocenti stellen die Geschichte dar.

Interessenten wenden sich bitte an die Kinder- und Jugendbibliothek, Steinstraße 37, Telefon 03591/42373. Um rechtzeitige Anmeldung wird gebeten.

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