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Stadtansicht Bautzen - Blick von der Friedensbrücke

Russlands Weg in die Moderne

Am 5. Februar 2007 referiert Prof. Dr. Ludger Udolph, Lehrstuhlleiter für Slavistik/Literaturwissenschaften an der TU Dresden, im Rahmen der Bautzener Akademie um 19.00 Uhr in der Staatlichen Studienakademie, Löbauer Straße 1, zu dem Thema "Das russische Kaiserreich auf dem Weg in die Moderne. Russland um 1900“. In dieser Zeit ist Russland der größte Flächenstaat der Welt, er reicht von der Weichsel bis zum Pazifik und vom Polarkreis bis zum Schwarzen Meer. Es ist ein weitgehend noch agrarischer Staat mit einer hohen Quote analphabetischer Bauern; es entstehen aber auch große Industriezentren wie Baku, Lodz, Petersburg, das Donbass-Gebiet. In diesem Vielvölkerstaat sind die Russen selbst die Minderheit. In den Grenzen Russlands leben noch Deutsche, Ukrainer, Polen, Balten, Griechen, Juden, zahlreiche asiatische Völker. Die Revolution von 1905 führt zu nationalen Emanzipationsbewegungen und zu einer ansatzweisen Demokratisierung des Staates. Das kulturelle Spektrum des Landes ist von ungeahnter Breite: die russische Philosophie erreicht ihren Höhepunkt, die Avantgarde verändert das bisherige Kunstverständnis: Kandinsky begründet die abstrakte Malerei, Igor Strawinsky und das Ballet feiern Triumphe in Europa, die russische Dichtung tritt gleichberechtigt neben die übrigen europäischen. Gleichzeitig blüht der Okkultismus und ein aggressiver Antisemitismus. Soziale Konflikte und kulturelle Hochblüte münden schließlich in den Weltkrieg und die zwei Revolutionen von 1918 und in den Untergang des alten Russland nach dem Sieg der Bolschewisten.

Prof. Dr. Ludger Udolph hat an der Universität Bonn Slavistik und Germanistik studiert, 1983 Promotion mit einer Arbeit zur russischen Romantik, 1989 Habilitation. 1992 nimmt er eine Lehrtätigkeit an der Universität Leipzig auf, 1992/93 wird er an die TU Dresden berufen und baut hier das Institut für Slavistik auf. Er ist Mitbegründer des Kulturwissenschaftlichen Mitteleuropa-Zentrums an der TU Dresden. Mit Forschungen zur russischen, tschechischen, bulgarischen und sorbischen Literatur und Kultur hat er sich einen Namen gemacht.

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