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Stadtansicht Bautzen - Blick von der Friedensbrücke

Grußwort des Oberbürgermeisters zum Jahresende

Oberbürgermeister Alexander Ahrens, Foto  Norman Paeth

Liebe Bautzenerinnen und Bautzener,
lube Budyšanki, luby Budyšenjo,

hinter uns liegt ein sehr turbulentes Jahr 2016. Bereits im Februar machte Bautzen weit über die Landesgrenzen hinaus Schlagzeilen, als der Dachstuhl der geplanten Asylbewerberunterkunft im ehemaligen Hotel „Husarenhof“ in Flammen stand. Wir wissen, dass es sich dabei um Brandstiftung handelte.
Bis heute gibt es aber keine Aussagen darüber, ob diese Tat wirklich politisch motiviert war, wie es uns von einigen Medienvertretern sofort unterstellt wurde. Die ersten Anfragen waren bereits sehr vorurteilsbelastet und so habe ich schnell den Schluss gezogen, sehr offensiv mit der Presse umzugehen und mich schützend vor die Stadt und die Menschen hier zu stellen. Es folgten zahllose Interviews, Onlineanfragen, Gespräche mit Radiostationen und Fernsehauftritte. Zudem meldeten sich viele Menschen aus ganz Deutschland über soziale Medien, in unserem Gästebuch oder mit Briefen bei uns. Wir haben versucht alle zu beantworten. Die Herausforderung war groß, aber ich habe sie gemeinsam mit meinen Mitarbeitern gern angenommen. Schließlich bestand darin auch die Chance, den Blick auf die Menschen in dieser Stadt zu schärfen. Im Rahmen der Möglichkeiten ist das auch ganz gut gelungen, auch wenn einige Unbelehrbare den anschließenden Besuch des Bundespräsidenten für ihre Hassbekundungen ausnutzten und so erneut ein schlechtes öffentliches Bild auf die gesamte Stadt provozierten.

Dabei erlebten zuvor etwa 100 Bürgerinnen und Bürger eine sehr offene und ehrliche Diskussion mit dem Staatsoberhaupt. Wir können also auch anders.

Neue Schlagzeilen lieferte das Geschehen auf dem Kornmarkt. Wieder stürzten sich die Medien auf das Thema und wieder habe ich mich für die Menschen in unserer Stadt positioniert. Nach den ersten Emotionen versachlichte sich die Diskussion sehr schnell. Allerdings muss ich im Zusammenhang mit dem Kornmarkt feststellen: damit, dass aus 10 aktenkundigen Vorfällen mit jungen Flüchtlingen in der Zeit von April bis August am Kornmarkt eine solche Situation entsteht, habe ich nicht gerechnet.
Für sachliche Gespräche bin ich immer bereit, und Probleme dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden. Dazu gehört dann allerdings auch, dass negative Erlebnisse regelmäßig angezeigt werden – gleichgültig, wer sich danebenbenimmt. Ohne Informationen und qualifizierte Rückmeldung können weder Stadtverwaltung noch Polizei etwas unternehmen, gleichgültig von welcher Seite Verfehlungen oder auch eigene Versäumnisse herrühren.

Neben diesen beiden medialen Großereignissen dürfen wir den Blick auf die vielen positiven Ereignisse nicht verlieren. Zu Beginn des Jahres hat der Stadtrat die Vergnügungssteuersatzung zugunsten der Veranstalter geändert. Damit habe ich eines meiner Wahlversprechen eingelöst, nun sind die Unternehmer am Zug. Die haben sich zunächst um das Osterfest verdient gemacht. Tausende Besucher erlebten eine geschmückte Stadt und ein prall gefülltes Wochenendprogramm – und das nur wenige Wochen nach dem Husarenhofbrand. Auch der Handel hat sich bewegt. In der Innenstadt gibt es jetzt weitgehend einheitliche Öffnungszeiten und die „Romantica“ war wieder ein riesiges Erlebnis für Menschen aus nah und fern. Sicherlich werden die Händler und Gastronomen in absehbarer Zeit auch die Früchte für ihre Bemühungen ernten können.

An der Bautzener Talsperre konnte Anfang Dezember endlich der lang ersehnte Bootssteg eröffnet werden, das Fußgängerleitsystem wurde ergänzt und mit dem „Klettermaxe“ ein moderner Kindergarten eingeweiht. Auch die Jugend-Ideen-Konferenz brachte erste Ergebnisse, die es nun umzusetzen gilt. Über die Demokratiewochen, die unter dem Motto „Gib deinen Senf dazu!“ standen, sind die Menschen sich auf sachlicher Ebene wieder etwas näher gekommen. Es gibt sie also noch, die positiven Nachrichten aus Bautzen und ich bedanke mich bei allen, die mit ihren Ideen und ihrer Tatkraft zum Gelingen beigetragen haben.

Aus den Erfolgen ergeben sich aber auch die Herausforderungen für die kommende Zeit. Ich bin allerdings fest davon überzeugt, dass wir diese Aufgaben gemeinsam und im Sinne der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt meistern werden. Ich freue mich auf eine weitere gute Zusammenarbeit und fordere zudem die bislang Unentschlossenen auf, sich für Bautzen und unsere gemeinsame Heimat zu engagieren.

Bleibt mir Ihnen persönlich sowie Ihren Familien, Freunden und Bekannten eine besinnliche Adventszeit und ein geruhsames Weihnachtsfest zu wünschen. Kommen Sie gut in das neue Jahr und lassen Sie uns noch näher zusammenrücken. Vielen Dank.

Ihr Alexander Ahrens

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