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Stadtansicht Bautzen - Blick von der Friedensbrücke

Urkunde 2.0: Bautzener Archivverbund startet Online-Offensive

Historische Urkunden online erforschen, Archivkataloge am heimischen Computer durchstöbern – der Archivverbund Bautzen beteiligt sich jetzt an zwei Online-Archivportalen

Ab sofort können Geschichtsinteressierte tausende Katalogeinträge und Urkunden des Bautzener Archivverbundes bequem von Zuhause aus nutzen und sich weltweit zeit- und ortsunabhängig zu informieren, welche Bestände und Archivalien der Archivverbund Bautzen beherbergt. Nachdem bereits im Juli 2015 die Kataloge des Staatsfilialarchivs Bautzen online gestellt wurden, zieht das Stadtarchiv jetzt nach und geht sogar noch einen Schritt weiter. Zukünftig können sich potentielle Nutzer über das vorhandene Archivgut im „Archivportal-D“ informieren. Das Portal ist Teil der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) und für Archive seit einem Jahr nutzbar.

Inzwischen haben sich 500 Archive darin registriert, davon stellen 70 Archive ihre Archivalien online vor. Das bedeutet, dass aktuell bereits mehr als 10 Millionen recherchierbare Katalogeinträge verfügbar sind. Davon wiederum gehören rund 11.000 nun auch zum Stadtarchiv Bautzen, das vor allem Bestände aus der Zeit vor 1945 über das Portal recherchierbar gemacht hat. Darunter sind auch die frühesten Bautzener Urkunden von 1256 bis 1528. Besonders clever: Die Urkunden sind nicht nur im „Archivportal-D“ zu sehen, sondern sind mit dem digitalen Urkundenportal „monasterium“ verknüpft – dem größten Portal dieser Art weltweit. Hier können aktuell 500.000 mittelalterliche und frühneuzeitliche Urkunden aus über 60 Institutionen in 10 europäischen Ländern recherchierbar sind. Das Bautzener Stadtarchiv ist das erste ostdeutsche Archiv, das jetzt einen Teil seines Urkundenbestandes dort präsentiert und es damit Wissenschaftlern und Interessierten weltweit einen Zugriff fernab des Bautzener Urkundenmagazins ermöglicht.

Die Bautzener Archivare wollen mit diesem Schritt ihren Bestand noch mehr als bisher in den Fokus der wissenschaftlichen Forschung zu rücken. Das ist umso wichtiger, da besonders die mittelalterlichen Bautzener Urkunden die Bedeutung der Stadt als zentraler Ort der Oberlausitz, die viele Jahrhunderte böhmisches Kronland war, eindrucksvoll widerspiegeln. Der Bautzener Rat fungierte durch seine Nähe zum Sitz des Landesherrn häufig als Mittler. Eingehende wie ausgehende Schriftstücke wurden oftmals durch ihn in Empfang genommen. Daher finden sich zahlreiche Urkunden mit landesherrlichen Inhalten im hiesigen Bestand, an denen ein internationales Interesse u.a. aus Tschechien, Polen und Österreich besteht.

Sobald die Urkunden über das Internet genutzt werden, entsteht auch für das Archiv ein wichtiger Mehrwert; Die online-Nutzung bedeutet auch einen Schutz der originalen Dokumente, die nun nicht mehr im Original vorgelegt werden müssen und so besser erhalten werden können als bisher. Neben dem Schriftstück an sich kann der Nutzer zudem auf eine Vielzahl von Informationen rund um die Urkunde zurückgreifen, mit denen es überhaupt erst möglich ist, die Urkunde zu identifizieren und in den Forschungskontext einzuordnen. Diese inhaltliche Erfassung wird im Stadtarchiv Bautzen bereits seit 2013 vorgenommen. Von den vorhandenen 5000 Urkunden konnten seitdem 1600 Urkunden bearbeitet werden, die inzwischen alle im „Archivportal-D“ und auf „monasterium“ recherchierbar sind. Ein Blick in die Portale wird sich also auch in Zukunft lohnen, da sowohl „monasterium“ als auch das „Archivportal-D“ in den kommenden Monaten und Jahren mit Daten aus dem Stadtarchiv und dem Staatsfilialarchiv Bautzen weiter angereichert werden sollen.

Archivportal-D:                        www.archivportal-d.de
Urkundenportal monasterium: www.monasterium.net
Archivverbund Bautzen:          www.archivverbund-bautzen.de

 

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