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Stadtansicht Bautzen - Blick von der Friedensbrücke

Das neue Steinhaus ist fertig!

Das kulturelle Zentrum Steinhaus erlebte seit Januar 2012 eine Verjüngungskur. Schon 2011 hatte der Stadtrat grünes Licht gegeben, durch die Verwaltung eine Sanierung und Modernisierung planen zu lassen. Es begannen Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Steinhaus e. V., um mit der Maßnahme ideale Raum- und Nutzungsbedingungen zu schaffen. Einerseits sollten die vielfältigen Angebote des Vereins unterkommen, andererseits musste die Lösung aber auch finanzierbar bleiben. Im Ergebnis einigte man sich, das Haus einzig dem Steinhaus e. V. zu überlassen und an das bestehende Gebäude einen Saal für Theater- und Kino- bzw. Musikveranstaltungen anzubauen. Das war nicht nur die praktischste sondern auch die wirtschaftlichste Lösung. Allerdings spielte der Schallschutz beim Entwurf dieses Anbaus eine wesentliche Rolle, um Anlieger vor den „Bässen“ zu schützen, die bei Jugendkonzerten eine gewisse Dominanz haben. Betonwände und -decken an den richtigen Stellen und entsprechende doppelt verglaste Fensterelemente führten zu einer verträglichen Lösung für alle Beteiligten. Der Dachstuhl, in den Projektleiter Jens Seiffert am 18. September 2013 den letzten Nagel in das Gebälk geschlagen hatte, ist nicht groß und wäre als Schallschutz eher untauglich. Das eigentliche Dach liegt direkt darunter besteht aus Spannbetonplatten, über den Aufbau sind lediglich die technischen Anlagen erreichbar. Trotz des Immissionsschutzes nach außen wird die Akustik im Saal weitgehend optimiert. Damit wird den möglichst vielen Besucherinnen und Besuchern der Musikveranstaltungen ab 2015 ein optimales Klangerlebnis geboten. Entstanden sind 400 Stehplätze für Konzertveranstaltungen, 200 Sitzplätze für Kino- und Theaterveranstaltungen und 100 Sitzplätze bei Veranstaltungen mit Tischen. Neben dem Steinhaus e. V. wird auch die Stadtverwaltung zu den Nutzern gehören.
Mit einigem Geschick konnte die technische Ausstattung des Steinhauses realisiert werden. Aus der polnischen Partnerstadt Jelenia Gora war bekannt, dass es ein grenzübergreifendes Förderprogramm „Von Fundamenten zu Gipfeln“ gibt. Allerdings lief das 2012 aus – schon vor Beginn der Steinhaussanierung. Ausstattung zu beschaffen und bis zur Nutzung einzulagern ließ dieses europäische Programm nicht zu, den vorübergehenden Einbau im „Steinhausasyl“ in der Albert-Schweitzer-Straße hingegen schon. Immerhin reduzierten sich die Kosten dadurch von etwa 390 T€ auf ca. 60 T€. Auch für die Sanierung insgesamt gab es Geld vom Bund und vom Land. Die geplanten Baukosten von etwa 4,2 Mio Euro tragen mit je etwa 1,4 Mio Euro Bund, Land und Stadt. Die Förderung erfolge aus dem Städtebauförderprogramm- Bund- Länder- Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Das alte Steinhaus haben die Bauleute nahezu komplett entkernt. An der Nordseite wurden Anbauten abgerissen, der Dachstuhl musste ertüchtigt werden. Alle elektrischen und Sanitäranlagen wurden erneuert und einige Raumgrundrisse erlebten grundsätzliche Veränderungen. Am Ende der Maßnahme finden hier Seminar-, Workshop- und Werkstatträume optimale Bedingungen. Diverse Büros für Projekt- und Sozialarbeit, Ateliers, Garderoben, Bandproben- und DJ-Raum, Lager- und Serviceeinrichtungen – alle finden Platz in dem großen Gebäude, in dem durch den Auszug der Tanzschule sowie der Kinder- und Jugendbibliothek zusätzlich Flächen gewonnen wurden.
Heiß diskutiert wurde die Heizungs- und Lüftungstechnik. Zur Wahl standen ein Blockheizkraftwerk und eine Erdwärmepumpe. Bei der Gegenüberstellung aller Kosten von Investition und 20 Jahren Betrieb setzte sich die Erdwärme durch. Probebohrungen ergaben, dass 6 Löcher mit einer Gesamttiefe von 600 m einen Wärmebedarf von 90 MWh im Jahr abdecken können, genug für einen Betrieb unter normalen Bedingungen. Trotz weiterer Optimierung beim Energieverbrauch der gesamten Einrichtung bleiben jährlich fast 91.000 Euro Folge- und Betriebskosten an der Stadt hängen, für die Abschreibung stehen für die nächsten 56 Jahre jeweils 97.500 Euro zu Buche. Diese Folgebelastungen machen zusätzlich deutlich, dass die Stadträte hier ein sehr klares Zeichen gesetzt haben, Angebote für junge Menschen in der Stadt zu schaffen bzw. zu erhalten.
Am 1. Dezember überreichte Baubürgermeister Peter Hesse den symbolischen Goldenen Schlüssel an Torsten Wiegel, Geschäftsführer des Steinhaus e.V. Der Verein wird das Haus nun beziehen und letzte Details auf die eigenen Bedürfnisse installieren. Eine Zielvereinbarung zwischen Stadt und Verein ist so gut wie fertig und wird im Dezember vom Stadtrat beschlossen. Das erste große Event ist die Silvesterfeier 2014, bei der der Verein gleichzeitig seinen 20. Geburtstag feiert.

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