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Stadtansicht Bautzen - Blick von der Friedensbrücke

Regelflugbetrieb zum Klinikum wird gesichert - Vertrag regelt Eingriff in den Baumbestand

Die Tagesordnung des Bauausschusses musste am vergangenen Montag kurzfristig um einen Punkt erweitert werden. Grund war ein Bescheid der Landesdirektion Sachsen an die Oberlausitz-Kliniken gGmbH, die An- und Abflugflächen für den Hubschrauberlandeplatz des Bautzener Krankenhauses frei zu machen. Seit Jahren ist eine Festlegung der Innenministerkonferenz bekannt, die eine bestimmte Flughöhe über Sicherheitseinrichtungen, im konkreten Fall der JVA Bautzen, vorschreibt. Klar, dass Landeplätze, so auch hier in Bautzen, an diese Änderungen und bestehenden Vorschriften anzupassen sind. Fachgutachten waren vorzulegen, die An- und Abflugflächen zu überprüfen. Nun befindet sich im Süden des Klinikums die denkmalgeschützte Wallanlage mit einem großen und Jahrzehnte alten Baumbestand. Genau dort stellte ein Sachverständiger für Landeplätze Anfang des Jahres 2013 u. a. fest, dass diese Bäume für die gesetzlich geregelten Anflugwinkel zu hoch sind. Besonders in der Luftfahrt gibt es sehr konkrete Regeln, die aus sicherheitsrelevanter Sicht einzuhalten sind – was prinzipiell zu begrüßen ist. In dem konkreten Fall bedeutet das aber, dass 4 Bäume in den historischen Grünanlagen Am Stadtwall um ca. 4,00 bis 5,00 m gekürzt werden bzw. 1 Baum komplett gefällt werden muss, weil er um ca. 8,00 m gekürzt werden sollte. Die maximale Höhe darf 3,00 Meter unterhalb des im Bescheid der Landesdirektion benannten Anflugwinkels nicht überschreiten und eine nochmalige intensive Erörterung aller Beteiligten in der Landesdirektion Dresden zeigte deutlich: es gibt keine Alternative. Die notwendige Interessenabwägung zwischen dauerhafter Sicherung des Landeplatzes im Klinikum und der Ablehnung von Eingriffen in den Baumbestand der Anlagen am Stadtwall führte für die Beteiligten seitens der Stadtverwaltung und des Stadtrates zu schweren, aber notwendigen Entscheidung, dem Eingriff zuzustimmen.

Welche Auswirkungen der Eingriff in die Substanz für die einzelnen Bäume hat, soll jetzt ein weiterer Gutachter klären. In einigen Fällen könnte der Eingriff nämlich die Überlebenschancen der Bäume so reduzieren, dass eine Fällung später unvermeidlich würde.

Eigentümer der Anlage Am Stadtwall ist die Stadt Bautzen. Sie muss natürlich die aktuelle Gehölzschutzsatzung durchsetzen, auch gegenüber der Oberlausitzer-Kliniken gGmbH, die als Betreiberin des Landeplatzes die Maßnahmen aus dem Bescheid umsetzen muss. Der Bauausschuss ermächtigte nun den Oberbürgermeister, einen Vertrag zwischen Stadt und Klinikum abzuschließen. Darin sollen beispielsweise der Umfang der aktuellen Arbeiten geregelt sein, der Handlungsbedarf bei Spätschäden, der Umgang mit zu erwartenden Kosten und natürlich die Menge der Ersatzpflanzungen. Aktuell ist dem Klinikum der Regelbetrieb des Landeplatzes von der Landesdirektion Sachsen untersagt worden. Notfallflüge bleiben aber unverändert möglich und liegen im Ermessen des diensthabenden Notarztes. Sobald alle Gutachter ihre Arbeit getan haben und der Vertrag unterzeichnet ist, kann mit den Baumschnittarbeiten begonnen werden.

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