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Museum Bautzen: Interessanter Vortrag zu germanischen Rennöfen

Germanische Rennöfen aus dem 2. Jahrhundert sind Thema eines Vortrages im Museum Bautzen. Am Donnerstag, dem 26. Januar 2012, um 19.00 Uhr, spricht Dr. Thomas Puttkammer vom Museum der Westlausitz zum Thema „Experimenteller Umgang mit Feuer – Versuche zur germanischen Eisenverhüttung und zur Rekonstruktion von Rennöfen“ und damit knüpft an das Thema der aktuellen Sonderausstellung „Feuer und Licht“ an. Rennöfen wurden genutzt, um Eisenerze zu Schmiedemetall zu verhütten. Die dabei gebildete Schlacke rann aus den Öffnungen des Schachtofens in die Herdgrube – das „Rinnen“ der Schlacke führte letztlich auch zur Bezeichnung als „Rennofen“.

Im Rahmen eines dreijährigen EU-Projektes testeten Dr. Puttkammer und sein Team das „germanische“ Rennofenverfahren im direkten Feldversuch. Aus lokalem Raseneisenerz sollte schmiedbares Eisen hergestellt werden. Auf moderne Hilfsmittel wurde dabei soweit wie möglich verzichtet. Man wollte einen genaueren Einblick in die Arbeitsleistungen, die benötigten Ressourcen und das Wissen der damaligen Metallhandwerker erhalten. Über die Ergebnisse, Erfolge wie auch Misserfolge des Projektes wird Dr. Puttkammer berichten.

Eisen, einer der wichtigsten metallischen Werkstoffe, hat die Entwicklung der menschlichen Geschichte maßgeblich beeinflusst. Im 4. Jahrtausend v. Chr. wurde im Vorderen Orient Eisen mit hohem Nickelgehalt aus Eisenmeteoriten verarbeitet. Die Anfänge der Eisenerzverhüttung im so genannten Rennofenverfahren finden sich im letzten Viertel des 2. Jahrtausends v. Chr. in Anatolien und den benachbarten Ländern. Das Verfahren lieferte schmiedbares Eisen, welches den bis dahin üblichen Bronzen bezüglich der Verarbeitungsmöglichkeiten, Härte und Zähigkeit deutlich überlegen war. Im Verlauf des 9. Jahrhunderts v. Chr. gelangte die Technik nach Mitteleuropa. In der Oberlausitz lässt sich der Abbau lokaler Raseneisenerzvorkommen und deren Verhüttung zu Eisen mit Beginn der germanischen Besiedlung am Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. nachweisen.

Die Ausstellung „Feuer und Licht“
Im Mittelpunkt der Sonderausstellung „Feuer und Licht – Kulturgeschichtliche und naturkundliche Blicke auf Feuerzeuge und Lampen“, die noch bis zum 26. Februar 2012 im Museum Bautzen zu sehen ist, stehen sowohl Methoden und Techniken der Feuererzeugung als auch die Beleuchtung von Innenräumen – vor dem Zeitalter der Elektrifizierung.

Rekonstruierte Rennöfen

Rekonstruierte historische Rennöfen in der Vorheizphase, Versuchsreihe 2011 im Steinbruch Miltitz bei Nebelschütz. Foto: Museum Bautzen

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