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Stadtansicht Bautzen - Blick von der Friedensbrücke

Grußwort des Oberbürgermeisters zum Jahreswechsel





Liebe Bürgerinnen und Bürger,
lube Budyšanki, luby Budyšenjo,

wenn ich in diesen Tagen das Jahr 2011 Revue passieren lasse, scheinen viele wesentliche Ereignisse im weitesten Sinne etwas mit Wasser zu tun zu haben. Als das Jahr begann, steckte uns allen noch der Schrecken des Spreehochwassers in den Knochen. Mit einem Ereignis in diesem Ausmaß hat wohl niemand gerechnet. Die Fluten rissen nicht nur Bäume, Wohnungseinrichtungen, Betriebsanlagen und sogar ein ganzes Haus mit sich. Es versanken an diesem Tag auch viele Hoffnungen und Träume. Im Juli dieses Jahres erwachten diese Erinnerungen erneut als die Spree sich wieder bedrohlich füllte. Wenn man heute am Spreeufer spazieren geht, sind vereinzelt noch Schäden zu sehen und Bauleute bemühen sich um einen verbesserten Hochwasserschutz. Dies war aber nur möglich, weil man sich in privaten Haushalten, Firmen und Verwaltungen einer Flut bürokratischer Forderungen stellte, und sie mit viel Fleiß und Engagement bewältigte bzw. noch heute bewältigt.

Wogen der Emotionen erlebten wir im Frühjahr, als ein Investor seine Gedanken für die Nutzung des Areals an der Äußeren Lauenstraße eröffnete. Empörung wurde laut, weil mehr Informationen erwartet wurden, als man tatsächlich Erkenntnisse hatte. Es gab viele Gespräche, Gedanken wurden ausgetauscht und Bedenken geäußert. Auch wenn das eine oder andere Wort nicht mit Bedacht gewählt zu sein schien, habe ich mich doch über diesen Prozess gefreut. Er zeigte mir, dass sich die Menschen unverändert für ihre Stadt engagieren, wissbegierig sind und von ihrem Recht auf Mitbestimmung Gebrauch machen wollen. Nur bei Wenigen stand die Investition an sich wirklich in Frage. „Die Vorteile überwiegen die Risiken“ war ein Grundgedanke in diesem Prozess. Die meisten Bautzenerinnen und Bautzener wollen sich der Entwicklung stellen und das ist gut so.

Die überregionale Wahrnehmung der Spreestadt hat im vergangenen Jahr ebenfalls an Qualität gewonnen. Touristiker, Hoteliers und Gastronomen haben sich vehement für das Reiseziel Bautzen engagiert. Pressedienste veröffentlichten im deutsch- und englischsprachigen Raum Reiseberichte und auch die kulturellen Höhepunkte wurden zunehmend überregional beworben. Bautzen ist präsent – im Berliner Kabelfernsehen, auf Chemnitzer Plakatwänden oder im Fahrgastfernsehen der Dresdener Verkehrsbetriebe. Die elektronische Kommunikation erfreut sich zunehmender Beliebtheit und die Benutzerzahlen der städtischen Homepage, des Newsletters und in den sozialen Netzwerken steigen kontinuierlich. Diese Hoffnung gilt auch für die Besucher- und Übernachtungszahlen, erste Ergebnisse finden sich bereits in den Statistiken des laufenden Jahres. Allerdings darf man nicht vergessen, dass hier Prozesse in Fluss gekommen sind, die kontinuierlich weiter geführt werden müssen. Die Stadt versucht, diese Prozesse wirksam zu unterstützen. Wie der Bedarf bei Unternehmen außerhalb der Touristikbranche ist, versuchen wir gerade mit Hilfe einer Befragung zu ergründen.

Vor einigen Tagen erlebte das Museum Bautzen einen freundlichen Regen aus Anerkennung und 20.000 Euro, mit denen der Sächsische Museumspreis dotiert ist. Das Museum Bautzen sei ein überzeugendes Beispiel für erfolgreiche und vorbildliche Museumsarbeit hieß es in der Laudatio der Ministerin. Tatsächlich finden die Dauer- und Sonderausstellungen in diesem modern eingerichteten Haus immer mehr Liebhaber. Ob Frisuren, Brautradition, Fotos aus Bautzen oder die aktuelle Weihnachtsausstellung – die Besucherzahl steigt langsam aber vehement. Besonders Veranstaltungen wie die Lange Nacht der Museen, der Tag des offenen Denkmals oder die Romantika werden zunehmend für einen Museumsbesuch genutzt. Das Museum steht hier stellvertretend für die vielen anderen Einrichtungen in der Stadt, die sich erfolgreich für den Erhalt der Kultur und Geschichte einsetzen und bei deren Initiatoren ich mich an dieser Stelle ausdrücklich für die geleistete Arbeit bedanken möchte. Am besten zu würdigen wäre der Preis, wenn wir recht oft unser Interesse durch einen Besuch zeigen würden. Es ist das Museum der Bürger für Bürger.

Das Jahr 2011 hatte mit viel Schnee begonnen. Mit Tiefladern und LKWs mussten besonders die Straßen in einigen Wohngebieten und in der Innenstadt beräumt werden, damit Fahren und Parken wenigstens in Ansätzen wieder möglich war. Feucht blieb auch der Sommer, nur im Herbst ließen sich viele sonnige Tage genießen. Jetzt geht für die Stadt aber auch für jeden Einzelnen ein ereignis- und arbeitsreiches Jahr zu Ende. Es ist der Moment, über vergangene Entscheidungen nachzudenken und nach klugen Entscheidungen für das neue Jahr zu suchen.

Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie die Zeit für solche Gedanken finden. Genießen Sie die Weihnachtsfeiertage, kommen sie gut ins neue Jahr und helfen Sie der Stadt auch 2012 durch sicheres Fahrwasser.

Ihr Christian Schramm
Oberbürgermeister der Stadt Bautzen

(Video: Oberlausitz TV)

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