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Stadtansicht Bautzen - Blick von der Friedensbrücke

Weihnachtsgeschichte eines Kriegsgefangenen erreicht Bautzen

Passend zum bevorstehenden Weihnachtsfest erreichte kürzlich ein ganz besonderer Brief den Archivverbund Bautzen. In dem Umschlag befand sich eine handgeschriebene Weihnachtsgeschichte. Verfasst wurde sie vom Kriegsgefangenen Werner Ulke im Dezember 1943. Auf zwölf eng beschriebenen und provisorisch, aber dennoch liebevoll zusammengehefteten Blättern, erzählt er eine Geschichte, die im Bautzen des Jahres 1648 spielt. Akteure der Geschichte sind die Brüder Schmerdritz – der angesehene Bautzener Ratsherr Friedrich Schmerdritz und sein Bruder Hans, der nach langer Abwesenheit in seine Heimatstadt und sein Elternhaus zurückkehrt. Zwar ist die Geschichte nicht bebildert. Die Beschreibung der Stadt und ihrer Türme weist aber eindeutig auf Bautzen hin. Der Autor der Geschichte, Werner Ulke, wurde 1919 in Wiesa/Erzgebirge geboren. Während des Zweiten Weltkrieges geriet er 1943 in Tunesien in Kriegsgefangenschaft und verstarb am 22. Dezember in einem Kriegsgefangenenlager im algerischen Géryville mit 25 Jahren an Diphtherie. Gewidmet hatte er die Geschichte seiner Mutter Helene, die er sehr liebte. Die hütete die Geschichte wie einen Schatz und übergab sie vor ihrem Tod einer Freundin, mit der Bitte, dass die Geschichte „in sorgsame Hände“ kommen möge. Die Freundin gab das Heft weiter an ihren Sohn Winfried, der – nun selbst schon im Rentenalter – kürzlich Kontakt mit dem Archivverbund Bautzen aufnahm und das Heft an uns übergab. Warum der aus dem Erzgebirge stammende Werner Ulke die Geschichte in Bautzen spielen ließ und ob er die Stadt kannte oder auch jemals hier war, lässt sich leider nicht mehr nachvollziehen. Das Vermächtnis seiner Mutter jedoch kann nun als erfüllt betrachtet werden.

Heftchen mit der Weihnachtsgeschichte

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